0 Bewertungen
21.09.2006 
Proträt: Jürg Zumtobel

Der Illuminator

von Oliver Stock

Fast wäre beim weltgrößten Leuchtenhersteller Zumtobel das Licht ausgegangen. Aber Jürg Zumtobel hat das Familienunternehmen gerettet – mit einem Finanzinvestor.

Beleuchtet mit Zumtobel-Technik: Total-Tankstelle. Foto: obs/ZumtobelLupe

Beleuchtet mit Zumtobel-Technik: Total-Tankstelle. Foto: obs/Zumtobel

DORNBIRN. Konzentrieren wir uns aufs Licht: Es ist hell, aber nicht gleißend. Im Laufe des Gesprächs nimmt es an Intensität zu. Säßen wir bis heute Abend hier, würde es wieder dunkler und sich wie ein Weichzeichner über das schmale Gesicht und die hohe Stirn von Jürg Zumtobel legen.

Kunstlicht, das den Tagesverlauf simuliert, ist eine Spezialität aus dem Hause Zumtobel. Das Unternehmen aus dem österreichischen Dornbirn ein paar Kilometer vom Bodensee entfernt, ist weltweit die Nummer eins in Sachen Beleuchtungstechnik und seit dieser Woche auch im österreichischen Leitindex ATX, was der Aktie am Mittwoch einen lang ersehnten Schub nach oben brachte.

Der freundliche Herr Zumtobel ist die Nummer eins im Aufsichtsrat, und nur seinem verbindlichen Lächeln zu vertrauen hieße, ihn zu unterschätzen. Der 70-Jährige hat gemeinsam mit seinem Bruder das ehemalige Familienunternehmen durch dick und dünn gebracht. Er stand am Dimmer und hat stets versucht, die Firma im besten Licht erstrahlen zu lassen.

Als er es allein nicht mehr schaffte, hat er nicht den Ausknopf gedrückt, sondern sich einen Finanzinvestor, den andere als Heuschrecke betiteln würden, und einen fremden Manager ins Haus geholt. Der eine ist ausgestiegen, mit dem anderen führt Zumtobel nun den Börsenneuling durchs derzeit unruhige Fahrwasser der Märkte. „Ich habe mich mein Leben lang daran gewöhnen können, nicht allein das Sagen zu haben“, stellt Zumtobel fest. Ungewöhnlich für einen Patron. Und ungewöhnlich für viele Familienunternehmer, bei denen Finanzinvestoren häufig für reichlich Konfliktstoff sorgen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Einer Umsatzverdreifachung folgte der Gau

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Zu spät, zu teuer  Artikel in Merkliste

09.10.2008 von Eric Bonse

Man muss ein unerschütterlicher Optimist sein, um noch an die Zukunft des europäischen Satellitensystems Galileo zu glauben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Jenseits der Panik  Artikel in Merkliste

08.10.2008 von Frank Wiebe

Zugegeben, es fällt schwer, das berühmte Licht am Ende des Tunnels oder Silberstreifen am Horizont zu entdecken. Selbst eine Hilfsaktion der Notenbanken und Regierungen kann die Märkte nur mit Mühe wenigstens zeitweise beruhigen. Dennoch: In einigen Jahren werden rückblickend vielleicht feststellen, dass in diesen Tagen die Wende zum Guten ihren Anfang nahm. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige