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21.09.2006 

So etwas kann auch dem Präsidenten nicht egal sein. Auf die Frage danach, wofür sie künftig bei Zumtobel das Geld der Aktionäre ausgegeben wollen, antwortet deswegen der Patron. Er rückt neue Projekte ins richtige Licht. Etwa die Zusammenarbeit mit Porsche, mit denen die Österreicher zum ersten Mal Lampen für den Privatgebrauch entwickeln werden. Im Übrigen allerdings, versichert Jürg Zumtobel, und bei der Zimmerbeleuchtung ist gerade nicht zu erkennen, ob Ludwig bei der Bemerkung ein Lächeln übers Gesicht huscht, mische er sich nicht ins operative Geschäft ein.

Statt des Rampenlichts sucht der Patron mit dem Hang zum Schönen Glanzpunkte. Er, der sich in den Museen New Yorks und Frankfurts mindestens so zu Hause fühlt wie in Dornbirn, findet und setzt sie, in dem er Lichtskulpturen bekannter Künstler in den Werkshallen installieren lässt. In der Dornbirner Produktion zum Beispiel werden Lichtröhren hergestellt – unter einer bunt leuchtenden Farbwand. Die Mitarbeiter wissen, dass sie das Kunstwerk ihrem Präsidenten zu verdanken haben. Ob sie etwas damit anfangen können? Egal. „Jürg Zumtobel wird wegen seiner Kompetenz und Voraussicht von den meisten Mitarbeitern nach wie vor als Galionsfigur gesehen“, sagt Hubert Buyle. Er weiß es, denn er ist Betriebsratschef und seit 40 Jahren bei Zumtobel.

„Für uns geht es darum, durch Licht bleibende Eindrücke zu hinterlassen“, sagt Zumtobel selbst, steht auf und verabschiedet sich. Das Licht lässt er an.




Jürg Zumtobel

1936: Jürg Zumtobel wird im Schweizerischen Frauenfeld geboren. Wie der Vater will er Techniker werden und studiert Hochfrequenztechnik in München.

1961: Er tritt in das Familienunternehmen ein, wo er zwei Jahre später bereits verschiedene Aufbautätigkeiten und später Leitungsfunktionen übernimmt. Er heiratet und beginnt, sich für die Kunstszene zu interessieren.

1991: Er wird Vorstandsvorsitzender der Zumtobel AG mit ihren mehr als 8 000 Mitarbeitern. Unter seiner Ägide verdreifacht sich in den nächsten zehn Jahren der Umsatz.

2003: Er tritt nicht zuletzt auf Druck einer Finanzinvestoren-Gruppe von diesem Amt zurück und wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats.

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