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03.11.2006 

Glaser versteht sich als Mittlerin zwischen den beiden Kulturen. Und als Sympathisantin der Frauen. Aber sie ist keine Feministin. Auch keine Männerhasserin. Ganz im Gegenteil. Sie hat einen Mann, mit dem sie in der Südstaatenmetropole Atlanta lebt und der als Präsident die Israelisch-Amerikanische Handelskammer führt, und zwei Söhne, 22 und 24 Jahre alt. In einem Männerhaushalt habe sie gelernt, sich „ein dickes Fell anzuzüchten“.

Glaser ist davon überzeugt, dass Männer in der Geschäftswelt ihre Kolleginnen nur selten bewusst ausschließen. Sie berichtet von einer Szene, die sie jüngst bei einer Konferenz beobachtete: Eine Gruppe von Frauen steht in einem Kreis, ein Mann nähert sich, die Frauen öffnen den Zirkel. Männer in der gleichen Situation machen dagegen häufig keine Anstalten, die Frau in ihren Kreis zu bitten. „Männer warten nicht darauf, eingeladen zu werden“, sagt Glaser. „Wer rein will, der drängt sich eben rein.“

Sie selbst hat früh gelernt, sich Gehör zu verschaffen. Sie wird geboren in der Nähe der Autostadt Detroit im US-Bundesstaat Michigan, studiert in den frühen siebziger Jahren Englisch und wird Lehrerin. „Beim Unterrichten habe ich gelernt, Menschen zu motivieren“, sagt sie. „Wenn man Pubertierende für englische Grammatik begeistern will, dann muss man sich schon etwas einfallen lassen.“

Als ihre Söhne auf die Welt kommen, macht sie sich selbstständig und beginnt, Kommunikationsseminare für Unternehmen zu geben. Anfang der neunziger Jahre hält sie bei einer Tagung einen Vortrag über Frauen in der Geschäftswelt.

Das ist das Schlüsselerlebnis. Kurz darauf erscheint ihr erstes Buch: „Erfolgsfaktor Selbstbewusstsein. Wie Frauen im Beruf überzeugend auftreten.“ Glaser wird zur Pionierin der Geschlechter-Kommunikation. Fünf Bücher hat sie geschrieben, ihr sechstes ist im Druck.

Die Tageszeitung „USA Today“ spöttelt über den boomenden Markt der Selbsthilfebücher. Doch Glasers Werke seien „flott geschrieben und wert, im Radio gesendet zu werden“. Bei ihren Reden und Workshops hält sie das Publikum mit Humor und Anekdoten wie ein Stand-up-Comedian im Bann. Sie verstehe es, „verschiedene Gruppen anzusprechen, Seniorpartner, mittlere Manager, junge Angestellte oder Studenten“, heißt es beim Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers, das zu Glasers Kunden zählt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auf die eigenen Stärken setzen

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