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27.04.2007 

Auch wenn Cromme über die Pressestelle von Thyssen-Krupp Spekulationen über seinen Wechsel an die Spitze des Siemens-Vorstands „als Unsinn“ dementieren lässt: Nach Informationen aus Finanzkreisen wird an einem solchen Notfall gearbeitet. Sollte es so kommen, kehrte der „kreative Zerstörer“, der die Unternehmenslandschaft im Ruhrgebiet radikal veränderte, nach sechs Jahren wieder ins aktive Management eines Dax-Konzerns zurück.

1986 holte der damalige Aufsichtsratschef Berthold Beitz den ausgewiesenen Sanierer vom französischen Baustoffhersteller Saint Gobain zum kriselnden Krupp-Konzern. Cromme erkennt schnell, dass es gewaltige Überkapazitäten an der Ruhr gibt. Ende 1987 verkündet er das Aus für das Stahlwerk Rheinhausen – nach 90 Jahren Produktion. Bis heute ist Rheinhausen das Symbol für den längsten Arbeitskampf der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Im Jahr 1989 rückt Cromme an die Spitze der Muttergesellschaft Fried. Krupp auf und treibt die Konsolidierung weiter voran. 1992 übernimmt er mit Hilfe einer Schweizer Großbank den börsennotierten Dortmunder Konkurrenten Hoesch, an dessen Spitze damals Kajo Neukirchen steht. Danach, 1997, liefert er sich mit Thyssen eine Übernahmeschlacht, aus der Cromme schließlich als Sieger hervorgeht. Zunächst fusionieren die Stahltöchter, 1999 schließen sich die beiden Erzrivalen komplett zusammen. Das nächste Opfer Crommes heißt Dieter Vogel, der damalige Thyssen-Chef muss gehen.

Mit Thyssen-Manager Ekkehard Schulz führt Cromme den fusionierten Konzern. Doch die beiden sind wie Feuer und Wasser. Der aggressive Firmenkäufer Cromme und der Konsensstifter Schulz passen einfach nicht zueinander. Im Oktober 2001 wechselt Cromme schließlich an die Spitze des Aufsichtsrats.

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