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08.10.2006 
Insolvenzverwalter Martin Prager

Der Mann, der BenQ Mobile retten soll

von Joachim Hofer

Mit Insolvenzen kennt sich Martin Prager bestens aus. Schon so manches Unternehmen hat der Rechtsanwalt vor dem finanziellen Aus bewahrt. Nun ist er zum Insolvenzverwalter von BenQ Mobile berufen worden. Doch was er hier vollbringen muss, geht weit über das Normalmaß hinaus.

Martin Prager muss bei BenQ Mobile viele Interessen unter einen Hut bringen. Keine leichte Aufgabe. Foto: dpaLupe

Martin Prager muss bei BenQ Mobile viele Interessen unter einen Hut bringen. Keine leichte Aufgabe. Foto: dpa

MÜNCHEN. Gerade erst hat ihn das Amtsgericht München als Insolvenzverwalter von BenQ Mobile eingesetzt. Da macht sich Martin Prager schon auf den Weg: Der Jurist ruft am Freitag, den 30. September, gleich eine Hand voll Kollegen zusammen und fährt direkt in die Zentrale des schwer angeschlagenen Handyproduzenten in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs. Ein Teil seiner Leute verlässt sofort eine Tagung und rast ins nordrhein-westfälische Kamp-Lintfort. Dort betreibt BenQ Mobile sein einziges Werk in Deutschland.

Von null auf hundert in wenigen Minuten – für Prager ist das Alltag. Wenn Firmen Pleite gehen, dann ist es für einen Insolvenzverwalter immer wichtig, schnell vor Ort zu sein. Sonst könnten wichtige Unterlagen verschwinden oder sogar Anlagen abtransportiert werden. 100 Insolvenzverfahren betreut der 51-Jährige mit der dünnrandigen Brille derzeit – der Mann hat Routine.

Nicht ganz alltäglich sind aber die Dimensionen bei BenQ Mobile. 3 000 Jobs stehen auf dem Spiel. Und nicht nur das: Es geht um das Überleben des letzten deutschen Handyherstellers. Weil BenQ Mobile bis Herbst vergangenen Jahres noch zu Siemens gehörte, zieht der Fall weite Kreise: Politiker schalten sich ein, Siemens-Chef Klaus Kleinfeld gerät unter Druck, die Gewerkschaften starten Demonstrationen.

Prager selbst geht in die Offensive. Nur 24 Stunden nachdem ihn das Gericht zum Insolvenzverwalter gekürt hat, stellt sich der gebürtige Baden-Badener der Presse. Er macht den Betroffenen Mut. Eine Insolvenz müsse ja nicht das Ende eines Unternehmens bedeuten, sagt der Rechtsanwalt. In der Vergangenheit sei schon eine Reihe von insolventen Unternehmen erfolgreich restrukturiert oder verkauft worden. Und er hoffe, dass dies nun auch bei BenQ Mobile gelinge.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Viele Fronten.

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