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06.06.2008 
Alain de Taeye

Der neue Trommler

von Joachim Hofer

Der niederländische Navi-Hersteller Tomtom holt Tele-Atlas-Chef Alain de Taeye in den Vorstand. Er muss dafür sorgen, dass der Konzern trotz stärkerer Konkurrenz weiter wächst.

Tomtom ist zum Synonym für Navigationsgeräte geworden.

Tomtom ist zum Synonym für Navigationsgeräte geworden.

MÜNCHEN. Wenn Deutsche die Nase putzen, greifen sie nicht zum Taschentuch, sondern zum "Tempo". Genauso benutzen sie einen Markennamen, wenn es um tragbare Navigationsgeräte geht. Für viele Menschen ist "Tomtom" längst ein Synonym für die kleinen elektronischen Wegweiser. Der Mann, der "Tomtom" in die Köpfe der Europäer gebracht hat, verlässt jetzt das Unternehmen aus Amsterdam. Gestern teilte Tomtom mit, Alexander Ribbink, bisher Chief Operating Officer, gehe auf eigenen Wunsch.

Das dürfte allerdings nur die halbe Wahrheit sein. Denn für den groß gewachsenen Manager, der fünf Jahre lang die Marke aufgebaut hat, war bei Tomtom einfach kein Platz mehr. Die Niederländer haben gerade den Kartenspezialisten Tele-Atlas für knapp drei Milliarden Euro übernommen. Um die Firma möglichst schnell einzugliedern und eng an Tomtom zu binden, zieht der bisherige Chef von Tele-Atlas, Alain De Taeye, jetzt in den Vorstand ein und wird Nachfolger von Ribbink. An der Spitze von Tomtom ändert sich allerdings nichts: Vorstandschef Harold Goddijn hält die Fäden weiter fest in der Hand.

Der Holländer gilt als Vater des Erfolgs von Tomtom. Als er 2001 zu dem Unternehmen zurückkehrte, für das er schon einmal gearbeitet hatte, da stellten 20 Menschen für die kleine Firma Navigationssoftware her. Die Stimmung war nach dem Platzen der Dotcom-Blase bescheiden. Doch das änderte sich, als Tomtom unter Goddijns Führung das knubbelige Navigationsgerät für die Windschutzscheibe entwickelte. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert: Tomtom erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und beschäftigte 1 600 Mitarbeiter.

Es ist kein Zufall, dass De Taeye sofort nach Abschluss der Übernahme in den Vorstand von Tomtom einzieht. Denn das bislang enorm erfolgreiche Start-up wächst mittlerweile nicht mehr so schnell wie früher. Jüngst musste das Unternehmen zum ersten Mal seit dem Börsengang vor drei Jahren über einen niedrigeren Quartalsumsatz berichten. Gleichzeitig brach der Gewinn ein, und der Aktienkurs sackte ab.

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