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02.06.2008 
Porträt: Lanxess-Chef Axel C. Heitmann

Der Schnell-Sanierer

Axel C. Heitmann hatte schwere Startbedingungen. Er sollte Problemsparten, die der Bayer-Konzern ausgliederte, unter dem Dach des neuen Chemieunternehmens Lanxess sanieren. Das ist dem 49-Jährigen in Rekordzeit gelungen.

Axel C. Heitmann arbeitete zuvor in China. Foto: dpaLupe

Axel C. Heitmann arbeitete zuvor in China. Foto: dpa

FRANKFURT. In Leverkusen, dem Stammsitz des Chemiekonzerns Lanxess, hat der Vorstandsvorsitzende bei den Mitarbeitern viele Spitznamen: Sie reichen von Missionar bis Motivator. Dabei ist Axel C. Heitmann, der im September 2004 das keineswegs einfache Amt des Chefs einer ebenso neuen wie alten Firma übernommen hatte, vor allem eines: ein Sanierer. Und, bislang jedenfalls, sogar ein sehr erfolgreicher.

Die Voraussetzungen zu seinem Start konnten schwieriger kaum sein. Um die Profitabilität des Mutterkonzerns zu steigern, gliederte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning mehrere Problemsparten aus und brachte sie unter dem Namen Lanxess an die Börse. Den undankbaren Job, das neue Unternehmen zu leiten, trug er Heitmann an.

Der 49-Jährige musste dafür seine Zelte in China abbrechen. Als er nach Deutschland zurückkehrte, wusste er noch nicht einmal, wo seine Familie wohnen sollte. Die Suche nach dem neuen Zuhause erledigte seine Frau. Sie ging dabei pragmatisch vor: Mit einem Zirkel zog sie einen Kreis von fünfzig Kilometern um Leverkusen. Alles, was in diesem Einzugsbereich lag, kam infrage.

Im Konzern wird Heitmann für seine klaren Ansagen und sein zügiges Handeln geschätzt. Schnell hatte Heitmann bei seinem Amtsantritt bei Lanxess einen Vierstufenplan entworfen, der ebenso konsequent abgearbeitet wurde. So fix, dass die für 2009 gesteckten Ziele wohl bereits 2008 erreicht werden.

Da passte es ins Bild, dass die jüngste Hauptversammlung von Lanxess eines der kürzesten Aktionärstreffen war, die es bei einem größeren Konzern in Deutschland je gegeben hat. Lediglich zwei Anteilseigner meldeten sich in der Halle 7 des Messegeländes Köln-Deutz zu Wort - und die Vertreter der beiden Aktionärsvereinigungen DSW und SdK gehören inzwischen ohnehin zum Ritual einer jeder Eigentümerversammlung. Sie waren zudem voll des Lobes über die geleistete Arbeit. Die geradezu spitzbübische Freude über den ebenso schnellen wir harmonischen Verlauf der Hauptversammlung des einstigen Sanierungsfalls war Heitmann deutlich anzusehen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vom Sorgenkind zum ernstzunehmenden Spieler

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