0 Bewertungen
02.06.2008 

Wer kann auch etwas gegen eine Vervierfachung der Dividende haben. Oder gegen den Hinweis auf einen guten Verlauf des Geschäfts im zweiten Quartal. Oder gegen die bestätigte Prognose für 2008, wonach der Umsatz operativ steigen und das Ebitda vor Sondereinflüssen bei über 700 Millionen Euro liegen soll. Experten mögen da mit Blick auf die sich abzeichnenden Unwägbarkeiten auf den Chemiemärkten Zweifel anmelden. Aber die Fachleute hatten auch bei Heitmanns Antritt angesichts der riesigen Probleme Bedenken.

Im Jahr 2004 stellte sich noch die Frage, warum ausgerechnet Heitmann das schaffen sollte, was der große Bayer-Konzern zuvor nicht zustande bringen wollte oder konnte: der traditionellen Chemieindustrie in Deutschland eine profitable Heimat zu geben. Heitmann hat es geschafft. Jedenfalls hielt er bislang alle seine Vorgaben ein.

Fünf Wochen zuvor zog sich noch am selben Ort die Hauptversammlung der einstigen Mutter Bayer bis in die Abendstunden hin, weil die Liste der Redner unendlich schien. Viele wollten zur umstrittenen Pipeline für das hochgiftige Kohlenmonoxid Stellung nehmen, mit der Bayer einige seiner Werke in der Rheinschiene verbinden will - und zwar quer durch mehrere Wohngebiete.

Ganz anders dagegen die Lanxess-HV: Heitmann punktete als Klimaschützer, als er eine neue Anlage im Werk Krefeld-Uerdingen vorstellte. Mit dem Projekt will Lanxess bis 2012 den Ausstoß von Klimagasen um 80 Prozent senken. Die 1,5 Mill. Tonnen Kohlendioxid entsprechen der Menge, die der halbe Staatswald Baden-Württembergs bindet. Das überzeugte die 2 300 Aktionäre.

Dabei ist bei dem Spezialchemiekonzern noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. Heitmann selbst verwies darauf, dass immer noch ein Viertel des Umsatzes eine Marge von weniger als zehn Prozent einbringt. Bei seinem Antritt wiesen aber noch siebzig Prozent des Geschäfts eine ungenügende Wirtschaftlichkeit aus. Aber eins stimmt: "Dank Axel C. Heitmann hat sich Lanxess vom Sorgenkind zu einem ernstzunehmenden Player bei der Konsolidierung des Chemiemarktes entwickelt." So die Erklärung bei Heitmanns Auszeichnung zum "Unternehmer des Jahres 2007".

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Maschinenbau unter Druck  Artikel in Merkliste

01.12.2008

Mit dem Auftragseinbruch bei den Maschinenbauern gibt es ein neues Panikszenario. Nach Autobauern und Banken packt die Finanzkrise nun also die nächste Branche; und dann auch mit den Anlagen- und Maschinenherstellern den Industriezweig, der wie kein anderer als Garant für Deutschlands Titel „Exportweltmeister“ steht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

O'Learys Ego-Trip  Artikel in Merkliste

01.12.2008 von Dirk Heilmann

Er gibt nicht auf: Ryanair-Chef Michael O’Leary greift erneut nach der gerade privatisierten irischen Fluglinie Aer Lingus. Dass O’Leary dabei wirklich rationale Gründe treiben, darf allerdings bezweifelt werden. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige