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10.05.2007 

Thiel steuert Paypal durch die Untiefen des Internetbooms und führt die Firma 2002 an die Börse. Wenige Monate später übernimmt die Auktionsplattform Ebay das Unternehmen für 1,5 Milliarden Dollar. Thiels Anteil wird auf vergleichsweise bescheidene 60 Millionen Dollar geschätzt.

Nach dem erfolgreichen Ausflug in die Internetbranche zieht Thiel nach San Francisco und kehrt zurück zu seinen Wurzeln: den Hedge-Fonds. Aus einem Hotel-Apartment heraus beginnt er, Clarium Capital aufzubauen. Seither ist der Fonds nicht nur in einen futuristischen Bürokomplex in der Nähe der Golden-Gate-Bridge umgezogen, er hat den Anlegern beachtliche Erfolge beschert. Im Schnitt warf der Fonds seit seiner Gründung eine Rendite von über 33 Prozent ab. 2005 wurde Clarium zum „Macro Fund of the year“ gewählt. 2006 lief es allerdings nicht optimal, der Fonds lag mit fast acht Prozent im Minus. Thiels Markteinschätzung hatte sich als zu pessimistisch erwiesen.

Thiels aktuelles Thema ist die große Liquditätswelle, die in den vergangenen Jahren die Preise fast aller Vermögensklassen rasant nach oben getrieben hat. Seiner Meinung nach kommt das viele Geld, das die Weltwirtschaft überschwemmt und von dem auch die Hedge-Fonds profitieren, vor allem aus einer Quelle: Petro-Dollar. Die Argumentationskette verläuft vereinfacht so: Die arabischen Öl-Staaten und Russland pumpen ihren schnell wachsenden Reichtum zurück in die internationalen Finanzmärkte. Dort wird das Vermögen mit Krediten weiter angereichert und investiert. Dadurch werden Kurse und Preise an vielen Märkten aufgebläht. Eine Schlussfolgerung aus dieserThese ist, dass die internationalen Notenbanken ihre Leitzinsen deutlich stärker erhöhen müssen als bislang von den Märkten antizipiert – mit entsprechend negativen Langfristfolgen für Konjunktur und Aktienmärkte. Thiels Rat an die Anleger: All jene Sektoren meiden, in die massiv Petro-Dollar fließen, zum Beispiel Londoner Immobilien oder chinesische Aktien.

Doch die Lage der Weltwirtschaft ist nicht alles, was Thiel interessiert. Nebenbei schreibt er politische Bücher und produzierte 2005 den Hollywood-Film „Thank you for Smoking“. Aber seine Energie und sein Geld fließt auch in umstrittene Projekte. 3,5 Millionen Dollar spendete Thiel für den Cambridge-Wissenschaftler Aubrey de Grey und dessen Suche nach Unsterblichkeit. De Grey forscht über die „Heilung“ des menschlichen Alterns, das er als Krankheit ansieht, die therapiert werden kann und sollte.

In seiner eigenen Branche diagnostiziert Thiel übrigens keine Blase. Die von einigen Notenbankern und Politikern befürchtete große Hedge-Fonds-Krise droht seiner Meinung nach erst, wenn die deutschen Anleger beginnen sollten, in großem Stil ihr Erspartes in die spekulativen Fonds zu pumpen. „Wenn die risikoscheuen Deutschen auf einen Zug aufspringen, dann steht er wahrscheinlich kurz vor dem Entgleisen“, sagt Thiel. Das hätten der Technologieboom vor der Jahrtausendwende und die bitteren Erfahrungen der deutschen Anleger mit dem Neuen Markt bewiesen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Boombranche Hedgefonds

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