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02.07.2008 
Ex-Sparkassenchef Schröder

Der Teflon-König von Köln

von Sonia Shinde

Der Mann kommt einfach nicht zur Ruhe: Kaum hat die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Untreue gegen Gustav Adolf Schröder, den ehemaligen Chef der Sparkasse Köln-Bonn fallengelassen, sorgen Medienberichte für neuen Wirbel. Und wieder hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Gustav Adolf Schröder war bis März 2007 Chef der Sparkasse Köln-Bonn. Foto: dpaLupe

Gustav Adolf Schröder war bis März 2007 Chef der Sparkasse Köln-Bonn. Foto: dpa

FRANKFURT. Der 65-Jährige, der seit Juni 2007 Vorstand der RAG-Stiftung ist, hat sich noch lange nicht ins Rentnerleben verabschiedet. Rache gegen einen „unbequemen Zeitgenossen“, vermuten Freunde Schröders. Anhaltspunkte für unlautere Geschäfte, sagen diejenigen in Köln, die ihm vorwerfen, dass bei allem stets eigene Interessen im Mittelpunkt standen – und die sauer sind auf den „Teflon-Mann“, dem bisher nichts zu beweisen war. Ihren Namen in der Zeitung lesen wollen sie aber nicht. Die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe, hat aber noch keine Ermittlungen eingeleitet.

Wieder geht es um komplexe Geschäfte des Mannes, der lange als „ungekrönter König von Köln“ galt und dem Freunde und Feinde attestieren, dass er „eine Persönlichkeit war, die gespalten hat“. „Da hat einer seiner Intimfeinde eine Lawine losgetreten, um sich zu rächen“, vermutet einer, der lange mit Schröder zusammengearbeitet hat. Immer dreht es sich um die Kölner Messe, die Stadt, die Sparkasse und um die Finanzierung des Milliardenprojekts Messe durch den Oppenheim-Esch-Fonds.

Schröder soll seine Sparkasse in riskante Geschäfte mit der Fondsgesellschaft Oppenheim-Esch gelotst haben, die dem größten öffentlich-rechtlichen Kreditinstitut allein 2007 einen Verlust von 131,5 Mill. Euro beschert hatten. Das zumindest behaupten Fernsehjournalisten des WDR. Sie berufen sich auf einen Insider und brisante Unterlagen. Danach sollen Schröder und Projektentwickler Josef Esch vereinbart haben, dass die stadteigene Sparkasse dem Oppenheim-Esch-Fonds den Auftrag für die neuen Messehallen beschaffen sollte – gegen Bares. 9,9 Millionen Euro soll das Institut für das Herstellen „persönlicher Kontakte“ bekommen haben –und dafür, dass SPD-Mann Schröder in einem Brief an Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) massiv für die Zusammenarbeit geworben haben soll.

„Von diesem Neun-Millionen-Vertrag wissen wir nichts“, sagt Gregor Timmer, Sprecher der Stadt Köln. Und der Rest seien „alles alte Kamellen.“ Fakt aber ist, dass das umstrittene Dreiecksgeschäft zwischen Stadt, Messe und Oppenheim-Esch Köln viel Geld kostet. Die Stadt hatte die Hallen für 30 Jahre für 600 Millionen Euro von Oppenheim-Esch gemietet und sie dann an die städtische Messegesellschaft weitervermietet. Die muss jedes Jahr 22,8 Millionen Euro Miete aufbringen. Deshalb schreibt sie rote Zahlen. Allein 2007 waren es 11,2 Millionen Euro, Tendenz steigend. Die Sparkasse Köln-Bonn wollte sich zu den aktuellen Berichten nicht äußern.

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