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05.12.2008 
Der Mann für heikle Missionen

Deutsche Börse setzt auf Manfred Gentz

von Oliver Stock

Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Börse soll Manfred Gentz werden. Am Montag will das Kontrollgremium den früheren Finanzvorstand von Daimler-Chrysler zu seinem Kandidaten für den Vorsitz küren, erfuhr das Handelsblatt aus Münchener Finanzkreisen. Er gilt als Mann für heikle Missionen.

Manfred Gentz soll Aufsichtsratschef der Deutschen Börse werden. Foto: ReutersLupe

Manfred Gentz soll Aufsichtsratschef der Deutschen Börse werden. Foto: Reuters

FRANKFURT. Weder Gentz noch die Börse wollten dies kommentieren. Die Deutsche Börse macht Rekordergebnisse, steckt aber trotzdem in einer schwierigen Phase. Einerseits fordern ihre Großaktionäre TCI und Atticus eine Aufspaltung des Dax-Konzerns. Die Hedge-Fonds scheiterten bislang aber an der entschiedenen Gegenwehr von Vorstand und Aufsichtsrat. Andererseits etablieren sich zunehmend alternative Börsen wie Turquoise oder Chi-X und machen den Frankfurtern Konkurrenz. Zwar macht das Geschäft mit dem Aktienhandel nicht einmal ein Fünftel von Umsatz und Gewinn der Deutschen Börse aus. Analysten verweisen jedoch darauf, dass ein Erfolg der neuen Anbieter im Aktienhandel auch andere Bereiche der Deutschen Börse zu einem Angriffsziel machen könnte - etwa die hochprofitable Terminbörse Eurex.

Der bisherige Aufsichtsratschef der Börse, Kurt Viermetz, hatte angesichts der Querelen mit den Aktionären angekündigt, sein Amt niederzulegen. Viermetz war zuvor bereits als Aufsichtsrat der angeschlagenen Hypo Real Estate zurückgetreten, als Kritik an ihm aufgekommen war.

Bei seiner nächsten Sitzung am Montag will der Aufsichtsrat der Börse beschließen, das Gremium von 21 auf 18 Mitglieder zu verkleinern. Der 66-jährige Gentz soll dann an die Spitze rücken. Endgültig wählen müssen ihn aber die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Frühjahr.

Gentz war bis 2004 Finanzvorstand von Daimler-Chrysler. Er war Vorsitzender der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die die Interessenvertretung der deutschen Firmen im lange schwelenden Konflikt um die Entschädigungszahlungen deutscher Betriebe an ehemalige NS-Zwangsarbeiter übernahm. Seit 2005 ist er Verwaltungsratspräsident des Schweizer Versicherers Zurich Financial Services und sitzt beispielsweise auch im Aufsichtsrat von Adidas.

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