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05.01.2009 
Baustelle

Die Deutsche Post sucht neuen Chef-Kämmerer

von Jens Koenen

Postchef Frank Appel hat zum Start in das wirtschaftlich schwierige Jahr 2009 eine neue Baustelle hinzubekommen. Nachdem Finanzvorstand John Allan am vergangenen Freitag angekündigt hat, das Unternehmen auf eigenen Wunsch im Sommer zu verlassen, braucht er einen neuen Chef-Kämmerer. Branchenkenner erwarten einen internen Kandidaten als Nachfolger.

Der Abgang seines Chef-Kämmerers John Allan stellt Post-Chef Frank Appel vor neue Probleme. Am Freitag verlor die Post-Aktie fast drei Prozent. Foto: dpaLupe

Der Abgang seines Chef-Kämmerers John Allan stellt Post-Chef Frank Appel vor neue Probleme. Am Freitag verlor die Post-Aktie fast drei Prozent. Foto: dpa

FRANKFURT. Offiziell will Appel den Nachfolger sowohl intern als auch extern suchen lassen. Aber Branchenkenner halten eine interne Lösung für die wahrscheinlichste.

Vor allem die Politik - 31 Prozent des Grundkapitals des Konzerns liegen bei der staatseigenen KfW-Bankengruppe - werde dafür plädieren, dass dem Schotten Allan nun wieder ein deutscher Finanzchef folge, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Zwar beginnen die zuständigen Gremien gerade erst mit der Suche. Doch erste Namen machen bereits die Runde.

So werden Hermann Ude (47), derzeit im Vorstand für das Frachtgeschäft zuständig, gute Chancen eingeräumt. Ude ist Betriebswirt und kommt wie Konzernchef Appel und dessen Vorgänger Klaus Zumwinkel vom Beratungsunternehmen McKinsey. Er gilt als enger Vertrauter Appels. Ude arbeitet seit dem Jahr 1998 bei der Deutschen Post und war unter anderem Büroleiter Zumwinkels. "Das Ganze ist aber noch in einem sehr frühen Stadium", sagt ein Branchenkenner. Fest steht jedoch, dass die Fußstapfen, in die der "Neue" treten wird, nicht klein sind. Allan ist nicht nur Logistikexperte. Er genießt auch in der Finanz-Szene einen guten Ruf.

Entsprechend nervös reagierten die Investoren am vergangenen Freitag. Die Post-Aktie verlor fast drei Prozent. "Die Meldung kommt völlig überraschend und ist klar negativ", sagte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher. Er schloss nicht aus, dass der Entschluss Allans ein Hinweis sei, dass der Konzern seine Jahresziele nicht erreichen werde.

Das allerdings wurde im Umfeld des Unternehmens verneint. Das Management habe, als es vor mehreren Wochen die Prognose kürzte, bereits sehr konservativ gerechnet, hieß es. Auch Allan selbst hatte noch einen Tag vor Weihnachten in einem Interview die Vorhersagen bekräftigt, wonach die Post 2008 ein operatives Ergebnis von 2,4 Milliarden Euro erreichen wird.

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