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21.12.2006 

Die Notwendigkeit, mehr weibliches Führungspersonal einzustellen, sieht aus diesem Grund auch der Chef des Kookmin-Konkurrenten, der Woori Finanzgruppe, Young-Key Hwang. „Aber Topmanager wachsen nicht über Nacht heran.“ Auf der Führungsebene gebe es derzeit sehr wenige Frauen mit dem nötigen Hintergrund, meint er.

Shin hat ihn. 1990 übernahm sie erstmals die Leitung einer kleinen Bankfiliale von Korea Housing & Commercial. Und dass die Verkaufszahlen von Filialen ein messbares Beurteilungskriterium sind, kam ihr zu Gute. Von Filiale zu Filiale arbeitete sie sich hoch. Die Fusion von Korea Housing und der Kookmin Bank 2002 entwickelte sich zum nächsten Karrieresprungbrett. Über die Leitung von Regionalbüros ab 2004 kam sie auf den heutigen Posten.

Die Frühaufsteherin, die ihren Tag um fünf Uhr mit Gymnastik beginnt, schwört auf Disziplin. Unter anderem deshalb ist ihr Vorbild US-Außenministerin Condoleezza Rice. „Sie ist charismatisch, kämpft für ihre Ideen und steckt nicht zurück“, meint Shin und nickt lächelnd, wie um das, was sie gesagt hat, noch einmal per Geste zu unterstreichen. In ihrer Freizeit schaut sich Shin gerne „melodramatische Filme mit Happy End“ an und wandert jedes Wochenende in den koreanischen Bergen.

Dezentes Makeup zum schwarzen Kostüm, kein Schmuck, kurz geschnittene, unlackierte Fingernägel. Man mag Shin nur zu gerne abnehmen, dass die koreanischen Trinkgelage, bei denen bis vor einigen Jahren noch die wichtigsten Entscheidungen fielen, nichts für sie waren. „Als Frau musste ich mir meine Beziehungen zum Teil anders aufbauen“, meint Shin. Heute geht sie regelmäßig zu den Treffen eines Netzwerks von Frauen in der Finanzindustrie. „Aber das sind ja auch viele Wettbewerber. So viel bespricht man da auch wieder nicht.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ob ihre Kinderlosigkeit Shin bei der Karriere half.

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