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13.05.2008 

Der schmal gewachsene Mann hat die Aura des braven Schwiegersohns. Ob er auf der Mole vor den ockerfarbenen Häuserfassaden des Edel-Badeörtchens Portofino mit seiner blonden Ehefrau spaziert oder auf dem Podium bei der Hauptversammlung von Fiat sitzt – Elkann kommt stets etwas steif daher. Die gewellten Haare sind präzise gekämmt, der Anzug oder auch die Jeans sitzen perfekt.

Sein Händedruck ist fest, aber nicht zu fest. Auf seinen Lippen trägt er stets ein freundliches, fast schüchternes Lächeln. Das Fortbestehen des Unternehmens und des Einflusses der Familie hat für ihn Priorität. Gemeinsam mit Gabetti sorgte Elkann vor zwei Jahren dafür, dass der Anteil des Clans an Fiat trotz einer Kapitalerhöhung nicht verwässerte.

Der Deal war rechtlich nicht ganz koscher und rief sogar Börsenaufsicht und Staatsanwaltschaft auf den Plan. Denn die Agnellis vermieden durch geschickte Tricks, ein Übernahmeangebot für das gesamte Unternehmen vorlegen zu müssen.

Aber der Zweck heiligt die Mittel. Und der Zweck ist der Fortbestand der Familie und ihrer Interessen. Das hat manchmal auch Vorrang vor der engsten Familie selbst. Als Johns Mutter Margherita Agnelli im vergangenen Jahr forderte, das Erbe von Gianni Agnelli neu zu verhandeln, ließ ihr Sohn sie abblitzen.

Er distanzierte sich öffentlich von seiner Mutter, die sich von Gabetti und anderen Managern übergangen fühlte und mehr Anteile für ihre anderen Kindern forderte, und sprach Gabetti sein Vertrauen aus. Trotz seines Bubengesichts kann John Elkann auch hart sein. Das bestätigen Fiat-Mitarbeiter: „Er ist sehr höflich und nett. Aber er weiß, was er will. Und er lernt dazu“, sagt einer aus dem Konzern.

Wer mit ihm arbeitet, erkennt auch eine gewisse Parallele zum berühmten Großvater. „In den Meetings hört er viel zu und macht nur den Mund auf, wenn er etwas von der Sache versteht – wie Gianni Agnelli“, sagt ein Fiat-Manager.

In der Öffentlichkeit kommt er immer noch etwas verkrampft und schüchtern herüber. Doch auch das richtet sich nach dem Publikum. Als er in Wisconsin Kindern der Firmenmitarbeiter ihre Stipendien verleiht, scherzt er mit den Studenten über ihre seltsame Studienwahl. „Er war richtig locker“, berichtet einer, der dabei war. Aber da waren auch keine Analysten oder Wirtschaftsjournalisten im Publikum.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Vita von John Elkann

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