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11.01.2008 

Solmssens Waffen sind seine Worte, und die weiß er einzusetzen. „Wenn Sie bestechen müssen, um einen Auftrag zu bekommen, dann haben Sie oft die schlechteren Produkte“, sagt er. Solche Worte provozieren die früher so stolzen Ingenieure von Siemens, die immer fest von ihrem Können überzeugt waren, jetzt aber erkennen müssen, dass Schmiergelder gang und gäbe waren, um den Verkauf anzukurbeln.

Solmssen ist Amerikaner, doch sein Deutsch ist fast perfekt. Er ist der Sohn des in New York geborenen Juristen und Romanciers Arthur Solmssen. Sein Vater verbrachte seine frühe Kindheit in Berlin – und so hat Sohn Peter über die Jahre enge Beziehungen zu Deutschland gepflegt, hat Verwandte in Berlin und Oberbayern. Er weiß auch zu berichten, wie sich Vater und Onkel im Zweiten Weltkrieg gegenüberstanden: der eine in einem Tank der US Army, der andere als Panzerkommandant der Wehrmacht.

Solmssen selbst wagte früh den Sprung über den Atlantik, schon als 17-Jähriger war er als Helfer bei den Olympischen Spielen in München dabei. Dort soll er die britische Königsfamilie vor den Paparazzi geschützt haben. Nach den ersten Jahren im Beruf in Amerika zog es ihn wieder nach Deutschland, für die Anwaltskanzlei Morgan, Lewis & Bockius baute er von 1989 bis 1998 das Frankfurter Büro auf. Bekannte und Kollegen schildern ihn als weltläufigen, freundlichen, zugleich aber auch entschlossenen Manager.

Der legendäre Jack Welch, langjähriger Chef des amerikanischen Vorzeigekonzerns General Electric (GE), soll ihn dann persönlich abgeworben haben. Als Chefjurist in der Medizinsparte von GE lernte Solmssen einige Jahre später einen Österreicher namens Löscher kennen. So kam es, wie es kommen musste: Nicht lange nach der Berufung Löschers an die Siemens-Spitze bekam Solmssen einen Anruf der Personalberatung Egon Zehnder. Seit Oktober arbeitet er für den GE-Rivalen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Erfahrung ist sein großes Plus

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