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11.09.2008 
Herbert Allison soll den Immobilienfinanzierer aus der Schusslinie bringen

Ein Veteran für Fannie Mae

von Rolf Benders

Herbert Allison gilt als Sanierer - und als harter Hund. Nun soll der erfahrene Banker den angeschlagenen US-Immobilienfinanzierer wieder in ruhigere Fahrwasser bringen. Kollegen halten ihn für einen Guru in Sachen Buchhaltung, Transparenz und guter Unternehmensführung.

Bis 1999 bei Merrill Lynch: Herbert Allison (Mitte). Foto: ReutersLupe

Bis 1999 bei Merrill Lynch: Herbert Allison (Mitte). Foto: Reuters

NEW YORK. Der erfahrene Banker Herbert M. Allison soll den angeschlagenen und nun verstaatlichten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae aus der Schusslinie bringen. Drei Jahrzehnte lang sammelte der 65-Jährige Erfahrung im Herzen des US-Finanzsystems. Zuletzt war er Chef eines der größten Vermögensverwalters des Landes, der Teachers Insurance and Annuity Association - College Retirement Equities Fund (TIAA-CREF).

Nach seinem Philosophiestudium mit dem Abschluss als Master of Business Administration (MBA) an den Elitehochschulen Yale und Stanford ging Allison 1971 direkt an die Wall Street. Fast 30 Jahre arbeitete er beim Broker Merrill Lynch. Nach Auslandsstationen in Paris, London und Teheran stieg er bis zum Organisationsvorstand auf. Nachdem es ihm zwei Mal nicht gelungen war, die Karriereleiter ganz nach oben zu klettern und Vorstandschef zu werden, verließ er die Investmentbank im Sommer 1999.

Als Chef-Finanzberater unterstützte er die erste Kampagne des republikanischen Senators John McCain, der derzeit erneut um die US-Präsidentschaft kämpft. McCain und Allison dienten vier Jahre lang beim Militär - unter anderem in Vietnam. Den Militärdienst absolvierte Allison nach seinem Yale-Studium. 2000 verlor McCain das parteiinterne Duell gegen den späteren Präsidenten George W. Bush.

Allison gilt als harter Hund. Als er 2002 die Chefposition bei TIAA-CREF übernahm, entließ er 500 Mitarbeiter und damit rund acht Prozent der Belegschaft. Diese Maßnahme zur Kostensenkung brachte ihm den Spitznamen "Herbicides" ein - ein Wortspiel mit dem englischen Begriff für Unkrautvernichtungsmittel. Nachdem er den Vermögensverwalter unter anderem durch eine aggressive Werbekampagne wieder auf die Erfolgsspur gebracht hatte, ging er Anfang des Jahres in Rente. Sein Nachfolger, Roger W. Ferguson, pries ihn als "führend im Umgang mit komplexer und schwieriger Finanzmaterie."

Für den Job als Bilanzkorrektor bei Fannie Mae ist Allison also offenbar gut gerüstet. "Unter 100 Vorstandschefs in den USA ist Allison sicher der beste Kenner von Corporate Governance", sagte Steve Bartlett in einem Zeitungsinterview. Bartlett ist Chef des Financial Services Roundtable, eines Verbandes der größten Finanzdienstleister der USA. "Buchhaltung, Transparenz und gute Unternehmensführung, in der Materie ist er ein Guru", fügte er hinzu. ben

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