In Deutschland ist Wolters Kluwer der zweitgrößte Fachverlag im Bereich Recht und Steuern. Außerdem gehören so renommierte Verlage wie Luchterhand mittlerweile den Niederländern. „In einigen Jahren wollen wir in Deutschland die Nummer eins sein. Wir suchen weiterhin nach Übernahmekandidaten“, sagt McKinstry.
Aber auch Wolters Kluwer wird gerne als Übernahme- oder Fusionskandidat gehandelt – von Reed Elsevier oder Thomson Corporation. Das ist für sie aber keine Thema. „Wir planen nichts, was die Unternehmensstrukturen grundlegend ändern würde“, formuliert McKinstry vorsichtig und dreht an ihrem vergoldeten Füllfederhalter.
McKinstry kennt Wolters Kluwer schon lange. Die Frau, die an der Columbia University in New York Finanzwesen und Marketing studierte, arbeitet zunächst bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton und kommt schon in den neunziger Jahren zum niederländischen Verlagshaus. Sie leitet die New Yorker Niederlassung und dann das Nordamerika-Geschäft, bevor sie 2003 den Vorstandsvorsitz übernimmt.
„Sie ist offen und freundlich. Sie interessiert sich auch für Persönliches“, sagt eine ihrer engen Mitarbeiterinnen, die sie wie alle im Haus nur „Nancy“ nennen. Sie ist die erste nicht-holländische Chefin beim mehr als hundert Jahre alten Verlag. Die Mitarbeiter nehmen es ihr offenbar nicht übel, dass sie trotz mehrerer Kurse noch kein Holländisch spricht.
Außerdem ist die Chefin ja viel unterwegs. Neuerdings reist sie oft nach Indien. Bereits vor einigen Jahren hat Wolters Kluwer – dem Branchentrend folgend – sein IT-Management dorthin verlagert. Nun sollen andere Bereiche wie die Vorbereitung der Druckvorlagen folgen.
„Dort ist es billiger. Und die Qualität ist hochwertig“, sagt Nancy McKinstry trocken.
