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11.09.2007 
Brauerei-Erbin Catharina Cramer

Eine höllische Mixtur aus dem Sauerland

von Ingo Reich

Die 29-jährige Brauerei-Erbin Catharina Cramer ergreift bei Warsteiner die Macht. Der Generalbevollmächtigte Gustavo Möller-Hergt tritt ab.

Eva-Catharina Cramer. Foto: dpaLupe

Eva-Catharina Cramer. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Ihren ersten Medienauftritt konnte man nur als gründlich misslungen bezeichnen: Eva-Catharina Cramer, Brauerei-Inhaberin aus dem Sauerland, begrüßte die Journalisten und Getränkefachgroßhändler vor zwei Jahren am Firmensitz in Warstein im blauen Kostüm und einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Quench my desire“ – Still mein Verlangen. Normalerweise sorgt dies in der Getränkewelt, einer der letzten reinen Männerdomänen in der Industrie, für nachhaltigen Spott – auch noch über Jahre hinaus.

Doch die heute 29-Jährige hat trotz ihrer Jugend schon die NehmerQualitäten bewiesen, die in der Branche unverzichtbar sind. Gestern übernahm sie – unterstützt von ihrem Vater Albert – als geschäftsführende Gesellschafterin nun auch noch die Macht im Hause Warsteiner, der Nummer vier unter den deutschen Premiumbieren.

Gustavo Möller-Hergt, seit dem Jahr 2003 Generalbevollmächtigter des Unternehmens, blieb nur das Nachsehen: Nach über 15 Jahren in der Brauerei musste der 45-Jährige seinen Abschied einreichen. Dabei schien die Traditionsmarke „Warsteiner“ nach jahrelanger Talfahrt seit einem Jahr wieder Erfolg zu haben. Auch im ersten Halbjahr 2007 konnte der gebürtige Peruaner beim Absatz wieder ein zartes Plus von 1,2 Prozent vorweisen.

Doch man kann nicht sagen, dass in die Amtszeit von Möller-Hergt die erfolgreichste Periode der über 250 Jahre alten Brauerei fiel. Vielmehr versuchte der promovierte Chemiker, den vor seiner Zeit begonnenen Preisverfall der Haupt–Marke durch das genaue Gegenteil, eine unerschütterliche Hoch-Preis-Politik, zu kurieren. Zu den sich daraufhin logischerweise entwickelnden Absatzverlusten musste Möller-Hergt dann auch noch den Spott der Branche ertragen. Der Hohn gipfelte vor zwei Jahren in dem Beitrag eines Wirtschaftsmagazins mit dem Tenor: Ein unfähiger Geschäftsführer und ein untätiger Patriarch lassen die traditionsreiche Biermarke absaufen. Zwar hagelte es Gegendarstellungen, doch Möller-Hergts Ruf blieb fortan beschädigt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bei Betriebsfeiern und im Karneval bewies sie – wie es sich in Brauerkreisen gehört – erhebliches Standvermögen

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