Der ehemalige Dekabank-Chef Axel Weber geht zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Weber wird einer von zwei Generalbevollmächtigten der DVAG-Holding, bei der bisher ausschließlich die Familie des DVAG-Gründers und Patriarchen Reinfried Pohl das Sagen hat. Zweite Generalbevollmächtigte wird Sabina Gerhart, die seit 2003 im DVAG-Vorstand das Finanzressort leitet und weiterhin leiten wird.
sia Frankfurt. Die Aufnahme von zwei nicht zur Familie Pohl gehörenden Managern in die Holding kommt bei der DVAG einer kleinen Kulturrevolution gleich. Die Geschäftsführung der Holding, dem geschäftspolitischen Entscheidungsgremium, besteht aus Pohl (Vorsitz), seiner Frau Anneliese sowie den beiden Söhnen Reinfried und Andreas. Weber und Gerhart erweitern das Management in der Holding von vier auf sechs Personen, werden aber keine Geschäftsführer.
Weber hatte die Dekabank, die zentrale Fondsgesellschaft der Sparkassenorganisation, seit 2002 geleitet. Im März dieses Jahres war er nach anhaltenden Problemen um den Deka-Immobilienfonds zurückgetreten.
Ob die beiden Generalbevollmächtigten neben Pohl eine bedeutende Rolle spielen werden, bleibt abzuwarten. Den beiden Söhnen des Patriarchen ist es bisher nicht gelungen, sich unternehmerisch zu profilieren. Pohl hatte bereits in der Vergangenheit prominente Personen wie den früheren Kanzleramtsminister Friedrich Bohl zur DVAG geholt, allerdings in die operative AG, nicht in die Holding. Doch die Fäden behielt er stets in der eigenen Hand. „Es wird spannend, ob es Weber gelingen wird, sich neben Pohl zu profilieren“, urteilt Wolfgang Essing von der Unternehmensberatung ZEB.
