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14.08.2008 
François Barrault

Facebook fürs Büro

von Dirk Heilmann

François Barrault führt bei BT Global Services ein Netzwerk à la Facebook ein: Der Franzose will beim britischen IT-Riesen die Hierarchien einreißen - und die Mitarbeiter beflügeln.

LONDON. Für einen, der eine Revolution anzettelt, sieht François Barrault ziemlich entspannt aus. Gelassen plaudert der Franzose mit den dunkelblauen Augen und der dunklen Haartolle über seine Pläne: Er will nichts Geringeres, als die Arbeitsweise seiner Firma komplett umkrempeln.

BT Global Services ist einer der führenden internationalen IT- und Telekom-Dienstleister für große Firmenkunden, mit 37 000 Beschäftigten rund um die Welt. Sie alle sollen sich bald über ein firmeninternes Social Network à la Facebook kreuz und quer gegenseitig beraten, unter Umgehung der klassischen Hierarchien. Ein erster Testlauf mit 350 Teilnehmern hat begonnen. Bald soll sich das Projekt über die ganze Firma und dann auch über den Mutterkonzern BT ausbreiten. Ein mutiges Vorhaben.

„Klar, es ist einfacher, in einem Start-up mit 50 Leuten einen permanenten Wissensaustausch zu organisieren“, sagt Barrault, der seinen Gast im offenen blauen Hemd und grauen Anzug empfängt. Dann holt er im Konferenzraum der BT-Zentrale in der Londoner City zu einer viertelstündigen Rede aus, die er offenbar nicht zum ersten Mal hält.

Die Zeit der klassischen Karrieren in großen Konzernen, in der jeder sein Wissen für sich behielt, die nächste Beförderung fest im Blick, sei vorüber. „Die jungen Leute, die wir einstellen, akzeptieren so etwas nicht mehr“, sagt Barrault. Sie seien es aus dem Studium gewohnt, Probleme gemeinsam mit anderen zu lösen, im ständigen Erfahrungsaustausch über Social-Networking-Seiten. Mit einer kontrollierenden Führung seien sie nicht zu motivieren. „Ich glaube daran, meine Mitarbeiter wie Erwachsene zu behandeln.“ Das Ziel des 47-Jährigen ist das „offene Unternehmen“. Und das meint er trotz der Risiken für das geistige Eigentum durchaus auch nach außen.

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