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02.03.2008 

Der passionierte Frühmorgen-Jogger ist Kosmopolit und kölsch zugleich. Er arbeitete im vom Bürgerkrieg zerrütteten Nicaragua für eine Alphabetisierungskampagne, half lateinamerikanischen Folteropfern in Deutschland, begründete eine Werkstattschule für arbeitslose Jugendliche mit und setzt sich seit 27 Jahren für Amnesty International ein, wo er auch Vorstandsmitglied war. 1999 integrierte er das Label "Rugmark", welches Teppiche kennzeichnet, die ohne Kinderarbeit entstehen, in die Kölner Geschäftsstelle.

Overath verdiente sein Geld früher in einem Import-Export-Laden, der gebrauchte Feuerwehrautos in die Türkei ex- sowie von dort Tomatenmark und Unterhosen importierte. Er weiß Pragmatismus mit Ethik zu verbinden. "Es findet sich schon immer eine Lösung", ist einer seiner Leitsprüche, abgewandelt aus der Kölner Volks-Philosophie.

Als der Geländewagen am Morgen nach Overaths Besuch in der Spinnerei von Bobo-Dioulasso über die rotbraune Sandpiste im Südwesten Burkina Fasos ruckelt - es geht zu einer Bio-Bauernkooperative -, erzählt Overath, wie vertraut er ist mit dem Unwissen der Menschen in Afrika. "Das ist ein gegenseitiges Kennenlernen. Beim Kaffee war das vor 15 Jahren genauso, bei Bananen vor zehn, bei Blumen vor drei."

Overath und seine Organisation fangen eben immer wieder von vorn an, wenn es um neue Rohstoffe geht. Gerade im von Pestiziden, Subventionen, Handelsschranken, Kinderarbeit und Dumping verseuchten Textilmarkt wähnt Overath sich ganz am Anfang, bei "0,5 Prozent auf der Fairtrade-Richterskala". Mit seiner sanften Stimme versucht er, in den Dörfern Burkina Fasos ein hörbares Signal zu setzen.

Er spricht von den Konsumenten, die in Westeuropa schon heute nach sauberen Kleidern fragen und dafür mehr bezahlen wollen. Er erntet für so etwas Applaus und Gesang. Overath sagt jedoch: "Wir können nicht eine ökologische und gentechnikfreie Produktion vorschreiben, wenn wir nicht gleichzeitig die Ware auf unseren Märkten zu Fairtrade-Bedingungen absetzen können."

Er weiß, wie man mit kleinen Mitteln startet und ein erfolgreiches Geschäft aufbaut. Er nennt sich selbst den "only surviving founding director" der Fairtrade-Siegel-Organisationen, im Januar ging er in sein 17. Dienstjahr als Geschäftsführer des deutschen Vereins Transfair, der die Ethik-Logos für den deutschen Handel vergibt und von den Lizenzgebühren der teilnehmenden Firmen lebt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: "So eine Form von Pausen macht Spaß und lockert unser Betriebsklima auf"

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