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02.03.2008 

Inzwischen arbeitet er mit einem ganzen Team von professionellen Marketing- und PR-Leuten, und die Erfolge verleihen ihm Autorität bei Gleichgesinnten in anderen Ländern. Er hilft in Workshops und Beratungen, das Geschäft auch in Spanien, Estland und Polen aufzubauen, er sitzt im Vorstand von Transfair International, dem Verbund der nationalen Organisationen.

Er ist bei all dem kein naiver Weltverbesserer, sondern ein Mann des Marktes und der Zahlen: Sein erlernter Beruf ist Bürokaufmann, über den zweiten Bildungsweg schaffte er es zum Diplom-Betriebswirt mit Prädikatsexamen der Uni Köln, seine Schwerpunkte waren Marketing und Personal.

Binnen 16 Jahren wurde etwa eine Milliarde Euro mit Fairtrade-Produkten in Deutschland umgesetzt, 1,8 Millionen Euro nahm Transfair 2007 an Lizenzgebühren ein - das reicht, um die 14 Angestellten der Kölner Geschäftsstelle zu bezahlen, die Kontrolle der lizenznehmenden Firmen zu gewährleisten und die internationale Produkterweiterung und Produzentenbetreuung aufzubauen.

Das Klima in seinem Haus ist professionell und locker zugleich. Monatlich richten Teams kulturelle Themenabende aus, mal ein Oktoberfest im Dirndl, mal mit afrikanischer Küche und passenden Percussion-Klängen. Besonders ehrgeizig zeigt sich Geschäftsführer Overath am Kicker in der Küche, da greift er mit vollem Elan zu den Stangen. "So eine Form von Pausen macht Spaß und lockert unser Betriebsklima auf", sagt der Chef.

Die Leute in seinem Haus schätzen diese Stimmung. Auch wenn sie vielleicht nicht so viel verdienen können, stehen sie hinter ihren Projekten. Inzwischen sind einige Mitspieler dabei, die Erfahrung bei großen Handelsmarken haben und heute mit ihren Gesprächspartnern aus der Wirtschaft eine Sprache sprechen.

Eine solche Erfolgsgeschichte war 1991 kaum vorstellbar. Damals hatte der 37-Jährige einige attraktive Job-Angebote, darunter bei einem EU-Projekt und im Kulturmanagement, doch er spürte seinen Pioniergeist, wie er sich erinnert. Overath übernahm die Leitung einer neuen Initiative, die von Misereor, Brot für die Welt und der Friedrich-Ebert -Stiftung zunächst für ein Jahr finanziert wurde. Sie suchten jemanden, der wirtschaftlich denken konnte, zugleich aber in Themen der Entwicklung zu Hause war und der prüfen sollte, ob sich das bereits erprobte niederländische Konzept für fairen Kaffeehandel, Max Havelaar, auch am deutschen Markt etablieren ließe.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Es geht darum, die Botschaft greifbar zu machen

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