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02.03.2008 

Ein wenig von dem Abenteuer schwingt noch heute mit, wenn er sagt: "Die Chance, so etwas ganz Neues zu schaffen, hat man im Leben nicht oft."

Zu ihrem Debüt hieß die neue Organisation noch "Arbeitsgemeinschaft Kleinbauern-Kaffee", ein Name, der nicht unbedingt fetzt. Der Mief eines Volkshochschulprojekts gewissenhafter Lehrer im Ruhestand gefiel Overath nicht, und er wusste, dass es um eine attraktivere Vermarktung ging, vor allem weil der deutsche Markt schon damals von Sparsamkeit geprägt und deswegen nur schwer zu Mehrausgaben aus ethischen Gründen zu überreden war: Overath fand einen Kunstnamen und ein Logo, schuf eine Marke, die den Balance-Gedanken ausdrückt, "Transfair" war geboren.

"Gute Dinge scheitern meist an schlechtem Management, ich habe immer den Drang, Gutes auch gut zu organisieren", sagt Overath. Früh startete er seine Kooperation mit einer prominenten Wettbewerbs-Kanzlei, in der Gründungsphase verantwortet KPMG das Kontrollwesen.

Wer heute bei Transfair arbeiten will, muss sich auskennen mit Marketing oder PR, denn der Erfolg hängt auch an der öffentlichen Präsenz. Im Juli 1992 gewann Overath den ersten Lizenznehmer für das Kaffeegeschäft mit gerösteten Bohnen aus Lateinamerika, im Zeitraum April bis Juni 1993 wurde eine Million Päckchen Kaffee mit dem Transfair -Logo verkauft.

Bundespräsident von Weizsäcker lud die Macher ein. Heute hat Fairtrade-Kaffee einen Marktanteil von etwa einem Prozent - und weit mehr Einfluss. "Der Handel hat sich überzeugen lassen, dass die Herstellungsbedingungen ein wichtiger Faktor sind", resümiert Overath. "Ich glaube, wir haben daran stark mitgewirkt."

Was Fairtrade eigentlich bedeutet, muss Overath immer wieder erläutern, nicht nur den Fabrikanten in Afrika, sondern auch Unternehmern und Konsumenten in Europa. Es geht darum, Aufmerksamkeit für die dramatischen Lebensbedingungen auf Plantagen zu schaffen, durch einen Aufpreis auf das Produkt an diesen etwas zu ändern. Es geht darum, diese Botschaft greifbar zu machen.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: "Betroffenheit alleine nützt nichts, wir müssen Alternativen anbieten"

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