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04.03.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 17:51 Uhr 

Genutzt hat es natürlich nichts. Und an Ferdinand Piëch perlt so eine Kritik ohnehin ab wie Wasser von einer frisch gewachsten Motorhaube. "Sie gewinnen keinen Überlebenskampf mit Freundlichkeit", sagte er mal. In seiner Autobiografie pariert er Angriffe auf seine Person so: "Es ist nicht möglich, eine Firma immer auf der höchsten Harmoniestufe an die Spitze zu führen."

Mit solchen Aussagen verbreitet Piëch auch Furcht in seiner Umgebung. "Die Leute schlagen die Hacken zusammen, wenn sie auch nur seinen Namen hören", erzählen VW-Mitarbeiter. Seinen Aussagen lässt Piëch in der Regel auch Taten folgen und macht stets deutlich, wer der Herr im Hause ist - beispielsweise vor mehr als einem Jahr, als er den damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder in einer Nacht-und-Nebelaktion aus dem Weg räumte und durch seinen Günstling Martin Winterkorn, damals Chef der VW-Tochter Audi, ersetzte.

Schon vorher hatte er seine Nachfolger bei Audi, wo Piëch von 1988 bis 1993 am Steuer saß, gleich reihenweise über die Klinge springen lassen. Wer ihm nicht passte, wurde einfach ausgewechselt. "Piëch handelt nach dem Motto: ,Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen'", heißt es in der Automobilbranche.

Doch die Menschen haben auch Ehrfurcht - vor Piëch und seinen Leistungen, davor, dass er ein begnadeter Techniker ist und ein Visionär. Zwischen 1993 und 2002 stand er an der Spitze von VW, verdoppelte den Umsatz und wandelte Verluste in Milliardengewinne um. Flops mit dem Luxusmodell Phaeton oder Milliardeninvestitionen in Luxusmarken wie Bentley und Bugatti wurden ihm deshalb verziehen.

Selbst die VW-Affäre um Korruption und Sexabenteuer des Betriebsrats auf Firmenkosten, die in seiner Zeit an der Konzernspitze ihren Lauf nahm, kann ihm nicht viel anhaben. Er selbst tut dies ohnehin nur als eine lästige Angelegenheit ab. Nichts, was einen wie ihn erschüttern kann.

Das machte er im Januar bei seinem Auftritt als Zeuge im VW-Korruptionsprozess in Braunschweig deutlich: "Die Volkswagen AG hat eineinhalbmal so viele Mitarbeiter wie Braunschweig Einwohner", gab er im Verfahren zum Besten. Und die neue "Piëch-Automobil-AG" noch mal deutlich mehr, wird er sich wohl schon damals gedacht hat.

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