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07.01.2009 
Sanierungsplan

Feuerprobe für Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld

von Axel Höpner und Martin Murphy

Der ehemalige Siemens-Chef greift beim amerikanischen Aluminiumriesen Alcoa hart durch. Gleichzeitig holt ihn die Schmiergeldaffäre in seiner alten Heimat immer wieder ein.

Klaus Kleinfeld streicht 13 500 Stellen. Foto: dpaLupe

Klaus Kleinfeld streicht 13 500 Stellen. Foto: dpa

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Gegenwind hat Klaus Kleinfeld noch nie gescheut. Auch jetzt, da ihm in seiner alten wie in seiner neuen Welt der Wind ins Gesicht bläst, sei der gebürtige Bremer ganz gelassen, berichten Vertraute.

In seiner alten Heimat Deutschland kritisierte erst kürzlich Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, er hätte sich auch von Kleinfeld in seiner Zeit als Siemens-Chef „sehr viel mehr Offenheit“ bei der Aufklärung des Schmiergeldskandals gewünscht. In seiner neuen Heimat USA wiederum muss Kleinfeld als Alcoa-Chef den Aluminiumkonzern durch die Rezession steuern. 13 500 Jobs will er jetzt streichen.

In Deutschland werden sich da so manche Kritiker, die mit Kleinfeld noch eine Rechnung offen haben, bestätigt fühlen. Die Interessen der Kapitalmärkte seien Kleinfeld wichtiger als die der Mitarbeiter, war ein Etikett, das Kleinfeld bei Siemens verpasst wurde. Schon vor seinem Wechsel zu Alcoa galt der 51-Jährige vielen als Prototyp eines neuen Managertyps amerikanischer Prägung. Das lag bei weitem nicht nur an seiner ausgeprägten Vorliebe für Cola Light mit Eis und an seiner jugendlich-dynamischen Art, die so ganz im Gegensatz stand zur distinguierten Führungselite, die lange die Deutschland AG dominierte.

Den Amerikanern jedenfalls hat dieser 1,90 Meter große Deutsche mächtig imponiert, der in seiner Zeit als US-Chef von Siemens in New York Marathon lief und in den Aufsichtsrat der Metropolitan Opera gewählt wurde. Da er persönlich nach allem, was bekannt ist, im Schmiergeldskandal eine weiße Weste hat, heuerte ihn im Herbst 2007 Alcoa nach seinem Ausstieg bei Siemens an. Rasch rückte er an die Spitze.

Kleinfeld wechselte zu einem Wachstumsunternehmen, die Auto- und die Luftfahrtindustrie gierten nach Leichtmetallen. Noch 2007 erzielte Alcoa einen Rekordumsatz von 31 Milliarden Dollar.

Doch das alles gilt heute nicht mehr. Als Marktführer wird Alcoa von der Branchenkrise hart getroffen. Kleinfeld muss nun schon zum dritten Mal innerhalb weniger Monate die Produktion seiner Werke drosseln.

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