Wie wird der neue Vogel heißen? Auch hier spricht vieles für Germanwings. Die Marke ist etablierter und neutraler als die erst Anfang 2007 entstandene Tuifly. Auch andere Reisekonzerne als Tui
könnten ihre Kunden damit fliegen lassen. Lufthansa
hat sich zudem noch die Namensrechte für andere europäische "Wings" - wie etwa Italian-wings - gesichert und könnte weitere Küken flügge machen. "Winkelmann ist sehr ehrgeizig, und er weiß, was er will", heißt es in der Branche.
Hoch hinaus will auch Tuifly-Chef Keppler. Der 43-Jährige war 2002 Mitgründer des Billigfliegers HLX und damit schon im Billigsegment unterwegs als Winkelmann noch in den USA lebte. Bei Tuifly ist Keppler erst seit September Chef. Er hat nicht lange gefackelt, um die Fluggesellschaft aus der Verlustzone zu bringen. Der gelernte Wirtschaftsingenieur strich Strecken und Standorte zusammen.
Weniger Rivalität, mehr Fingerspitzengefühl müssen Winkelmann und Keppler bei ihren Piloten zeigen. Für die Kapitäne und Offiziere von Germanwings gilt mit Abstrichen der Konzerntarifvertrag der Lufthansa.
Die Piloten von Eurowings und Tuifly stehen insgesamt schlechter dar. Beide Lager zusammenzubringen - die einen rauf, die anderen runter im Gehalt und bei den Bedingungen - wird darüber entscheiden, ob der neue Vogel jemals abhebt. Winkelmann, der völlig unprätentiös in einer Art Container am Flughafen Köln-Bonn sein Büro hat und als Dienstwagen einen Mini-Cooper im Corporate Design fährt, dürfte dabei als Vorbild dienen. Denn ihm ist klar: Die neue Germanwings muss schlagkräftig sein, sonst verliert die Lufthansa
noch mehr Kunden an Air Berlin
und Easyjet.
