0 Bewertungen
09.05.2007 

Appel hatte im Vorstand zuvor die Verantwortung für das Logistik-Geschäft inne, als er ganz im Interesse des Konzerns mit der Übernahme der britischen Exel quasi seine eigene Ablösung betrieb. Das Amt des Logistik-Chefs ging nämlich an Exel-Boss John Allan über. Was zunächst wie ein Karriereknick aussah, brachte Appel viele Punkte beim Chef ein. Zumwinkel rechnete ihm offenbar hoch an, dass er im Interesse der Integration von Exel in den Post-Konzern zurücksteckte und Allan den Vorstandsposten überließ.

Diese Geschichte wird der Post-Chef im Hinterkopf gehabt haben, als er Appel jetzt die Zuständigkeit für den Bereich Regulierungsmanagement übertrug. Denn bisher kümmerte sich darum der Post-Chef persönlich. Appel wird damit in die politischen Gespräche zur Liberalisierung des deutschen Briefmarktes eingebunden. Der promovierte Neurobiologe solle Erfahrungen im Briefgeschäft und im politischen Networking sammeln, heißt es in Konzernkreisen. Das Briefmonopol läuft nach bisheriger Planung in Deutschland Ende 2007 aus.

Zumwinkel schließt jetzt den Generationswechsel in der Führungs-Spitze ab. So wird Post-Manager Jürgen Gerdes, 42, Ende Juni Nachfolger von Hans-Dieter Petram, 64, und übernimmt im Vorstand die Verantwortung für das wichtige deutsche Briefgeschäft. Keine Überraschung: Petram, ein alter Weggefährte Zumwinkels und seit 1990 bei der Post, hatte bereits signalisiert, dass er aus privaten Gründen seinen im November auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern wird. Gerdes wurde seit einiger Zeit als „natürlicher Nachfolger“ Petrams gehandelt. Der Diplom-Kaufmann ist seit rund zwei Jahren unter Petram Leiter des Bereichs Brief. Die Position wurde extra für ihn geschaffen.

Ebenfalls mit seinen 43 Jahren zu den „Youngsters“ zählt Wolfgang Klein, der erst kürzlich die Nachfolge von Wulf von Schimmelmann als Chef der Postbank angetreten hat.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Konzernergebnis stützt sich noch maßgeblich auf Briefmonopol

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Britische Banken an die Kandare  Artikel in Merkliste

13.10.2008, 10:27 Uhr von Dirk Heilmann

Das britische Rettungspaket für die Banken ist mindestens europaweit zum Vorbild geworden. Seine drei Elemente – Rekapitalisierung der Banken, Liquiditätsschwemme und staatliche Garantie für den Interbankenmarkt – scheinen die Nöte des Finanzsystems am besten zu lindern. Auch wenn der Härtetest in der Praxis noch aussteht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Verspätete Rücktritte  Artikel in Merkliste

12.10.2008 von Axel Höpner

Für einen Abschied in Würde war es zu spät. Stur hat sich Kurt Viermetz geweigert, als Aufsichtsratschef die Mitverantwortung für das Debakel bei der Hypo Real Estate zu übernehmen. Selbst, wenn er sich keiner Schuld bewusst sein sollte: Schon aus Rücksicht auf das Unternehmen hätte Viermetz längst seinen Hut nehmen müssen. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie gut ist Ihr Manager-Deutsch?

Los geht's!Sie sprechen Deutsch? Aber sprechen Sie auch Manager-Deutsch? In unserem Quiz erfahren Sie, ob Sie auf dem neuesten Stand sind.
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige