Appel hatte im Vorstand zuvor die Verantwortung für das Logistik-Geschäft inne, als er ganz im Interesse des Konzerns mit der Übernahme der britischen Exel quasi seine eigene Ablösung betrieb. Das Amt des Logistik-Chefs ging nämlich an Exel-Boss John Allan über. Was zunächst wie ein Karriereknick aussah, brachte Appel viele Punkte beim Chef ein. Zumwinkel rechnete ihm offenbar hoch an, dass er im Interesse der Integration von Exel in den Post-Konzern zurücksteckte und Allan den Vorstandsposten überließ.
Diese Geschichte wird der Post-Chef im Hinterkopf gehabt haben, als er Appel jetzt die Zuständigkeit für den Bereich Regulierungsmanagement übertrug. Denn bisher kümmerte sich darum der Post-Chef persönlich. Appel wird damit in die politischen Gespräche zur Liberalisierung des deutschen Briefmarktes eingebunden. Der promovierte Neurobiologe solle Erfahrungen im Briefgeschäft und im politischen Networking sammeln, heißt es in Konzernkreisen. Das Briefmonopol läuft nach bisheriger Planung in Deutschland Ende 2007 aus.
Zumwinkel schließt jetzt den Generationswechsel in der Führungs-Spitze ab. So wird Post-Manager Jürgen Gerdes, 42, Ende Juni Nachfolger von Hans-Dieter Petram, 64, und übernimmt im Vorstand die Verantwortung für das wichtige deutsche Briefgeschäft. Keine Überraschung: Petram, ein alter Weggefährte Zumwinkels und seit 1990 bei der Post, hatte bereits signalisiert, dass er aus privaten Gründen seinen im November auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern wird. Gerdes wurde seit einiger Zeit als „natürlicher Nachfolger“ Petrams gehandelt. Der Diplom-Kaufmann ist seit rund zwei Jahren unter Petram Leiter des Bereichs Brief. Die Position wurde extra für ihn geschaffen.
Ebenfalls mit seinen 43 Jahren zu den „Youngsters“ zählt Wolfgang Klein, der erst kürzlich die Nachfolge von Wulf von Schimmelmann als Chef der Postbank angetreten hat.
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