Die Personalien werden in Aktionärs- und Finanzkreisen als wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns gewertet. Denn die Deutsche Post steht vor großen Umbrüchen angesichts der Liberalisierung der europäischen Briefmärkte.
Da die Post noch über 50 Prozent des operativen Ergebnisses, aber nur noch knapp 20 Prozent des Umsatzes im Briefgeschäft erzielt, drückt die zunehmende Konkurrenz mächtig auf das Konzernergebnis. Branchenexperten wie Mercer Management Consulting erwarten bei Umsatz und Ertrag Rückgänge zwischen 20 bis 30 Prozent. Zudem kämpft die Post mit Schwierigkeiten bei der Integration der zahlreichen Zukäufe im Logistik- und Expressgeschäft.
Auf der Hauptversammlung sparten Anteilseigner daher nicht mit Kritik. So kritisierte DWS-Manager Klaus Kaldemorgen die andauernden Verluste des Konzerns im US-Expressgeschäft nach der Übernahme des „Milliardengrabs“ Airborne. Auch das seiner Ansicht nach zu geringe Gewinnwachstum des Konzerns prangerte er an. Nach seiner Ansicht drohe der Post eine Zerschlagung, sollten die Synergien im zusammengekauften Logistik-Bereich nicht bald sichtbar werden. Die DWS ist mit 1,8 Prozent nach der KfW mit 30,5 Prozent größter Aktionär.
Für Union Investment, die Fondsgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken, kritisierte Manager Michael Gierse, dass Zumwinkel den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Deutschen Telekom innehabe. Das sorge bei den Marktteilnehmern für „zunehmendes Unbehagen“. Schließlich sei der Aufsichtsratsposten bei der Telekom ein „Vollzeitjob“ und eine „Herkules-Aufgabe, die man nicht mit der linken Hand machen könne.
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