Der Start in der Schweiz ist für ihn schwierig. Die Eidgenossen halten den Ex-Lufthanseaten und Ex-Bahner für ein trojanisches Pferd, das den Ausverkauf der Swiss an die Deutschen vorbereiten soll. Und tatsächlich: Wenige Monate nachdem Franz bei der Swiss gestartet ist, übernimmt die Lufthansa
im März 2005 das Ruder. Im Auftrag der Lufthansa
setzt Franz seine Arbeit fort und saniert die Fluglinie. "Franz hat sich höchsten Respekt verdient. Die Schweizer sind wieder stolz auf ihre Fluggesellschaft“, sagt Michael Eggenschwiler, Flughafenchef in Hamburg und Ex-Manager bei Swissair.
Der Erfolg empfiehlt Franz für höhere Weihen. Lufthansa
-Vorstandschef
Wolfgang Mayrhuber, dessen Vertrag noch bis Ende 2010 läuft, könnte Verstärkung im operativen Geschäft gebrauchen. Denn der Österreicher ist auch Chef des größten Geschäftsbereichs Passagierbeförderung. "Bisher hat zwar noch keiner ausdrücklich nach Franz gerufen, und dieser scheint mit seiner Familie in Zürich auch glücklich zu sein. Doch die Personalfrage steht latent auf der Tagesordnung. Die zweite Ebene der Bereichsvorstände muss gestärkt und ein Nachfolger für Mayrhuber aufgebaut werden“, heißt es in Konzernkreisen.
Mayrhuber tanzt zunehmend auf politischem Parkett. In der Initiative Luftverkehr ficht er für den Standort Deutschland, im Weltluftfahrtverband IATA spricht er über strategische Fragen wie Klimaschutz. Die Herausforderungen im operativen Passagiergeschäft steigen jedoch stetig. Die geplante Fusion der Billigflugtochter Germanwings mit Tuifly bindet ebenso Managementkapazitäten wie die stärkere Präsenz an Flughäfen wie Düsseldorf. Als erfahrener Sanierer und Integrierer wäre Franz vor allem bei möglichen Übernahmen wie der von Alitalia gefragt.
Franz gilt auch deshalb als aussichtsreicher Kandidat, weil Lufthansa
-Aufsichtsratschef
Jürgen Weber, der hinter den Kulissen noch immer die Strippen zieht, ihn schon lange kennt und schätzt. Anfang der 90er-Jahre war Franz Mitglied seines Sanierungsteams. Und auch die Integration der Swiss dürfte Weber mit Wohlwollen beobachtet haben. Als Vorstandschef hatte er einst selbst versucht, die damalige Swissair zu übernehmen, scheiterte aber am eidgenössischen Nationalstolz.
Franz selbst ist zurückhaltend. Persönliche Fragen zu seinen Zukunftsplänen verbittet er sich. Selbst die Kündigungsfrist seines unbefristeten Arbeitsvertrages bei der Swiss will er nicht verraten. Einvernehmlich sei dieser aber bestimmt kurzfristig aufzulösen, gibt er zu verstehen. Er weiß: Bei der Lufthansa
werden Posten nicht diskutiert, sondern vergeben, und zwar meist intern.
