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01.08.2006 
Energie

Für WM-Tickets zuständige Protokollchefin verlässt ENBW

dpa STUTTGART/KARLSRUHE. Die für die umstrittenen WM-Einladungen zuständige Protokollchefin der Energie Baden-Württemberg (ENBW) hat den Stromkonzern überraschend verlassen. Entsprechende Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ bestätigte ein ENBW-Sprecher.

Er wies jedoch Vermutungen zurück, es gebe einen Zusammenhang zur Ticketaffäre und der Anklage gegen Konzernchef Utz Claassen wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung. Die Protokollchefin und frühere persönliche Referentin, die als enge Vertraute Claassens galt, geht nach Informationen des Blattes auf eigenen Wunsch und hat fristgerecht gekündigt. Sie selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erst kürzlich hatte der ENBW-Chef in einem Interview von einer angeblichen Panne der Protokollabteilung berichtet. Nur durch ein „Versehen“ von Mitarbeiterinnen habe der SPD-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, mit der Weihnachtspost einen Gutschein für ein WM-Ticket erhalten. Machnig hatte 2 500 Euro Geldauflage gezahlt, um die Ermittlungen wegen Vorteilsannahme zu beenden.

Auch Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) will die Geldauflage wegen Vorteilsannahme annehmen. Machnig und Pfister hatten wiederholt betont, die Tickets nicht eingelöst zu haben. In der WM-Ticket-Affäre hatte der Stromversorger bereits im Juli weit reichende Konsequenzen für sein Sportsponsoring angekündigt, falls Vorstandschef Claassen wegen Vorteilsgewährung verurteilt werden sollte. Die ENBW war offizieller Sponsor der WM. Sie ist außerdem Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, des Handball-Bundesligisten Frisch auf Göppingen und Namenssponsor des Basketballclubs ENBW Ludwigsburg.

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