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03.09.2008 
Immobilienvorstand

Fusionserfahrener Aufräumer

von Nicole Bastian und Hans G. Nagl

Sein 20-jähriges Bankerleben hat Stefan Schmittmann bisher ausschließlich bei der Hypo-Vereinsbank und deren Vorgängerinstituten verbracht, doch mit Problemen bei Bankübernahmen kennt sich der 51-Jährige bestens aus. Nun soll der Neuzugang im Immobilienvorstand der Commerzbank das Geschäft entrümpeln.

Stefan Schmittmann zieht in den Commerzbank-Vorstand ein. Foto: dpaLupe

Stefan Schmittmann zieht in den Commerzbank-Vorstand ein. Foto: dpa

FRANKFURT. Der neue Vorstand für das Gewerbeimmobiliengeschäft der Commerzbank, der Anfang November sein Amt antritt, hat nicht nur die Hamburger Vereins und Westbank - in die Hypo-Vereinsbank (HVB) integriert. Den späten Folgen der Integration der HVB in die italienische Unicredit fiel er schließlich selbst zum Opfer - sein Vorstandsrang für das Firmenkunden- und Immobiliengeschäft sollte abgeschafft werden. Schmittmann verließ die Bank.

Das halbe Jahr Auszeit zwischen dem HVB-Job und dem bei der Commerzbank hat der 51-Jährige, der verheiratet ist und ein Kind hat, unter anderem für eine Reise durch Australien genutzt.

In zwei Monaten dürfte Schmittmann wieder lange Stunden im Büro verbringen. Er ist neben Dresdner Bank-Chef Herbert Walter der einzige Neuzugang im Vorstand der Commerzbank. Ein Firmenkunden- und Risikospezialist, dessen Name in der Immobilienszene eher unbekannt ist. "Intern wurde er vor allem als Risikomanager und nicht als Immobilienexperte präsentiert", heißt es denn auch in der Commerzbank.

Schmittmann soll im Vorstand der Commerzbank die Tochter Eurohypo, an deren Spitze Frank Pörschke rückt, kontrollieren - und das Geschäft des Immobilienfinanzierers zurückfahren. Damit wäre er der genaue Kontrapunkt zu seinem Vorgänger Bernd Knobloch, dem exzellente Kontakte zu Immobiliengroßkunden nachgesagt wurden und unter dem das Immobiliengeschäft expandierte.

Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler hat sein mehr als 20-jähriges Bankerleben bisher ausschließlich bei der Hypo-Vereinsbank und deren Vorgängerinstituten verbracht. Nach dem Start als Trainee in Stuttgart und einer ersten Stelle als Sachbearbeiter in der Kundenbetreuung übernahm er 1990 die Führung einer Filiale in Singen und arbeitete sich dann als Abteilungsleiter im Kreditgeschäft und Controlling nach oben. 2002 übernahm er die Verantwortung für das Kreditrisikomanagement der HVB und rückte Anfang 2006 in den Vorstand auf.

Bei der HVB kümmerte sich Schmittmann auch um das Thema notleidende Kredite. Der eher hagere Mann gilt als problemorientiert, durchaus humorvoll - aber ausgesprochen still und bedächtig. Jemand, der mit ihm gearbeitet hat, warnt aber davor, ihn zu unterschätzen: "Das ist ein Ausputzer, der kennt die Problemfälle."

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