Es war 2003, nach dem Studium der Waldorfpädagogik und der Musiktherapie, da absolvierte Porsche ein Anerkennungsjahr am alten Standort der Paracelsus-Schule in Niederalm. Das Gebäude war zu klein, es fehlten Grünflächen. Also machte sich nach Schuljahresende auf die Suche nach einer Alternative. Bereits im März 2005 begann der Schulneubau, nach einem halben Jahr war das Werk vollendet. Bauleiter: Daniell
Zu diesem Zeitpunkt war Porsche schon meilenweit entfernt von einem Einstieg in das Familienunternehmen. Oder besser: rund 15 Jahre weit weg.
Als Kind schien Porsches Weg eigentlich vorgezeichnet. Schon als Sechs- oder Siebenjähriger hat er die Gartenhütte der Familie mit Strom versorgt, dort Lampen und Steckdosen angebracht. "Ich bin ein Tüftler", sagt er. "Damals habe ich stundenlang Handwerkern zugeschaut. Ich habe viel von ihnen gelernt." Seine Abschlussarbeit als Waldorfschüler war ein Solarauto. Er baute eine Piaggio Sulky um, ein motorisiertes dreirädriges Gefährt, das viele aus dem Italienurlaub kennen. Die die er als Praktikant kennen lernte, fasziniert ihn.
In dieser Hinsicht ist Daniell ein typischer Porsche gilt doch seine Familie als die der Techniker, die Piëchs dagegen eher als die Kaufleute. Sein Urgroßvater Ferdinand erfand den ersten Volkswagen
, den VW
-Käfer, und den 356. Daniells Vater Hans-Peter war früher Chef der Motorenabteilung beim Sportwagenbauer und sitzt heute im Aufsichtsrat der Stuttgarter. Den wiederum leitet Wolfgang Porsche, ein Bruder von Hans-Peter und Ferdinand Alexander, der den legendären 911er entwarf.
Bereits als Jugendlicher aber entscheidet Daniell Porsche, nicht ins Unternehmen zu gehen. Für ihn ist klar, dass er dort nur verlieren kann. "Wenn das liefe, was ich dort in die Hände nähme, würde es als selbstverständlich betrachtet, andernfalls würde es Kritik setzen." Ein bequemes Leben kommt für ihn gleichwohl nicht infrage: "Da ist auch Egoismus dabei. Ich würde mich unwohl fühlen, mich im eigenen Wohlstand zu wälzen und Geld fürs Nichtstun zu bekommen."
Ursprünglich wollte er die Paracelsus-Schule in den Räumen der Dorfgaststätte von St. Jakob einrichten, aber auf Bitten der Bürger und der Gemeinde hat er ihnen den "Schützenwirt" gelassen und einen Neubau dazugestellt. Es ist ihm wichtig, dass die Dorfbewohner kommen. Er möchte im Ort kein Fremdkörper sein. "Ich will verbinden und Menschen zusammenbringen."
Außer der Gaststätte und der Schule gehört zum Kulturzentrum, das 52 Mitarbeiter beschäftigt, noch der Jakobi-Saal, der als Fest- und Veranstaltungsort genutzt wird, aber auch für den Schulsport.
