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16.06.2008 

Die laufenden Betriebskosten von jährlich etwa 900 000 Euro kann die Schule nur gut zur Hälfte aus öffentlichen Geldern decken. Natürlich könnte Porsche den Rest tragen. Aber das möchte er nicht. Er sieht die Gefahr, mit seinem Geld die Menschen bequem zu machen und verantwortungslos. Er wünscht sich, dass möglichst viele das Projekt unterstützen, ob das mit wenigen Euro ist oder wie im Falle seines Vaters mit Millionenspenden.

Manche aus der Familie sind allerdings skeptischer und sagen, er sei zu sozial eingestellt. "Wenn alle so wären wie du, lieber Daniell, dann würde es unserer Firma heute nicht so gut gehen." Seine Erwiderung: "Wenn alle in der Wirtschaft so wären, dann würde es allen auf der Welt besser gehen." Sein Leitsatz: "Die Wirtschaft hat eine soziale Verpflichtung."

Projekte will er deshalb auch von Anfang bis Ende begleiten: Heute ist er Obmann des Schulvereins und von Dienstag bis Freitag täglich an der Schule, insgesamt etwa 20 Stunden pro Woche. Er wählt die Mitarbeiter mit aus, regelt die Finanzen und arbeitet als Musiktherapeut. Er hat viel zu tun, deshalb muss er nun auch wieder los, verabschiedet sich und fährt davon mit seinem Zweitwagen, einem orangefarbenen Traktor. Wagen Nummer eins aber, da bleibt Daniell der Familie treu, ist ein Cayenne. "Hinter dem stehe ich."

Viele der rund 150 Milliardäre in Deutschland und Österreich, zu denen auch Porsches und Merckles zählen, spenden, stiften, engagieren sich wohltätig. Janina Otto, 34, etwa, deren Familie der Otto-Versand gehört, war viele Jahre für die Welthungerhilfe aktiv. Oder Ise Bosch, Enkelin des berühmten Firmengründers Robert Bosch: Sie sitzt im Vorstand der von ihr mitbegründeten Frauenstiftung "Filia", hat das Erbinnennetzwerk "Pecunia" initiiert und ist Autorin des Buchs "Besser spenden. Ein Leitfaden für nachhaltiges Engagement".

"Unternehmen machen das mit einem wirtschaftlichen Ziel, Privatpersonen nicht", sagt Thomas Druyen, Gründer des Lehrstuhls für vergleichende Vermögenskultur an der Sigmund-Freud-Privat-Universität in Wien. Viele wollten sich öffentlich gar nicht als große Mäzene in Szene setzen, sondern handelten lieber im Stillen. Druyens These: "Je mehr einer gibt, desto weniger möchte er in die Medien." Darum nennt er auch keine Namen. Derzeit ist die Vorsicht besonders ausgeprägt. "In Folge der länderübergreifenden Steueraffäre könnte in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, ein schlechtes Gewissen veranlasse zum Handeln."

Doch was motiviert denn dann die Reichen? Eigentlich ist es ganz simpel: "In solchen Projekten wie Daniell Porsche und Tobias Merckle zu arbeiten, bringt Lebenssinn und Glück", sagt Soziologieprofessor Druyen. "Geld allein bringt kein Glück."

Tobias Merckle würde es vielleicht etwas anders formulieren. Reichtum, würde er wohl sagen, ist eine Verpflichtung.

Er hätte sich durchaus vorstellen können, bei der Merckle-Unternehmensgruppe einzusteigen. Sie zählt mit einem Jahresumsatz von zuletzt 33,6 Milliarden Euro und fast 100 000 Mitarbeitern zu den größten deutschen Familienunternehmen. Zur Gruppe gehören unter anderem das Pharmaunternehmen Ratiopharm sowie der Arzneimittelgroßhändler Phoenix, und sie ist etwa an Heidelberg Cement oder am Pistenbully-Hersteller Kässbohrer beteiligt.

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