Steffen Schubert ist ein höflicher Mensch. Sein grau melierter Vollbart verdeckt fast sein rundliches Gesicht. Mit seinem Kurzhaarschnitt und den Knopfaugen wirkt er sehr gemütlich. Es macht keinen Unterschied, ob er mit seinem Chef, seinem Chauffeur oder der Empfangsdame redet, er ist freundlich, vergisst weder bitte noch danke zu sagen, jeden grüßt er mit einem Lächeln, und er schüttelt viele Hände. Weil Schubert ein netter Mensch ist, wirkt er in diesen Tagen wie ein getriebener. Er spricht ein wenig schneller als sonst. Er sagt dann Sätze wie „Im Gegensatz zur Konkurrenz in den Nachbarländern oder im eigenen Land überzeugt die DIFX mit internationalen Standards und sorgt so mittelfristig für einen transparenteren und liquideren Handel“. DIFX muss funktionieren, sie ist sein Baby.
Seit drei Jahren lebt er in Dubai. Als der Stadtstaat ihm den Job anbot, zögerte er keine Sekunde. Und sie wissen in Dubai, was sie an ihm haben. „Wir haben kein Problem, den Job an einen Ausländer zu vergeben“, sagt Omar bin Suleiman, Chef der DIFC und Schuberts direkter Vorgesetzter.
Nach seinem BWL-Studium in Frankfurt lernte Schubert sein Handwerk in München, war dort Ende der 90er Chef der Münchener Börse. Aufbauarbeit hat er an der Easdaq geleistet, dem europäischen Pendant zum Neuen Markt. Bis die Easdaq von der US-Börse Nasdaq übernommen wurde, leitete Schubert die Geschäfte als CEO.
„Von da hat es mich in das Büro des Kronprinzen verschlagen“, freut er sich. Er schaut aus dem Fenster, von hier oben kann er die Baucontainer noch sehen, in denen er fast zwei Jahre campiert hat – „wenigstens waren sie klimatisiert“. Die Hitze sei seine größte Herausforderung gewesen. Bevor er nach Dubai kam, habe er in einem Hochglanzmagazin gelesen, dass er bereit sein solle zu schwitzen. Heute spielt er gelegentlich Golf. Bei 48 Grad im Schatten.
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