Für diesen Posten ist Bonse eine nahezu ideale Besetzung. Er kennt die Energiebranche in Deutschland aus dem Effeff. Mehr als 40 Jahre mischte der gebürtige Sauerländer beim Vorgänger des Eon-Konzerns, der Veba, in Führungspositionen mit.
In den siebziger Jahren lernt er auch den heutigen RAG-Chef Werner Müller kennen, der ihn damals als Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung bei der Veba ablöst, die später mit Viag zum Eon-Konzern fusioniert. Bonse und Müller schätzen sich sehr, sagt ein langjähriger Weggefährte. Auch als Müller 1998 Bundeswirtschaftsminister wird, verteidigt Bonse seinen Ex-Kollegen gegen heftige Kritik aus der Energiebranche, die Müllers Pläne zum Ausstieg aus der Kernenergie kritisieren.
Der neue Präsident der Kohlestiftung hat auch einen guten Draht zu Hubertus Schmoldt. Der Chef der Gewerkschaft IG BCE hat beim Gerangel um die Spitzenposten der Stiftung als RAG-Aufsichtsrat maßgeblichen Einfluss gehabt. Bonse und Schmoldt pflegen ihren Kontakt seit Bonses Veba-Zeit. Als damaliger Vorstandschef der Veba Oel kämpfte Bonse dafür, dass der Personalabbau immer sozialverträglich erfolgte.
CDU-Mitglied Bonse kann nicht nur gut mit der Gewerkschaft, sondern auch mit der Kanzlerin. Als damaliger Vorsitzender des Wirtschaftsrats der CDU entwickelte er vor der Bundestagswahl 2005 ein Energieprogramm, mit dem Angela Merkel in den Wahlkampf zog. Die Kanzlerin berief ihn später in die Energiegipfelrunde, die Merkels Energiekonzept bis zum Jahr 2020 gestaltet. Am 3. Juli berät die Runde erneut, vor allem über die Zukunft der Kernenergie.
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