Da sind Bonses Fähigkeiten gefordert, für eine Sache mit aller Kraft und Härte zu kämpfen, wenn er von ihr überzeugt ist. Er liebt es, in kleinen Diskussionsrunden seine Gegenüber nach allen Regeln der Kunst zu provozieren: „Ich finde es gut, wenn Konflikte auf den Tisch kommen.“ Am Ende ist er aber zum Kompromiss bereit. In den vergangenen Jahren zeigt er sich versöhnlicher. In der Branche heißt es, „der alte Hund ist zahmer geworden“. Er ist eng mit der Ruhrregion verbunden. Die industriepolitische Sanierung und Modernisierung der Ruhrwirtschaft ist ihm seit jeher ein großes Anliegen, weil er das Sterben der Zechen im Revier in seiner Veba-Oel-Zeit in Gelsenkirchen hautnah erlebt hat. Von daher fühlt sich Bonse, der selbst mal unter Tage schuftete, mit den Kumpeln verbunden, die ihren Job unter schweren Bedingungen und diszipliniert ausüben. Bonse schätzt Disziplin und Verlässlichkeit besonders. Er fordert die Mitarbeiter in seiner Umgebung bis zum Äußersten. Manchmal überfordert er sie auch. „Bonse kennt den Unterschied zwischen Job und Freizeit nicht“, sagt ein früherer Mitarbeiter. Andererseits stelle er sich bei Konflikten hinter seine Leute.
Bonse ist trotz seiner Karriere, die ihn auch in die USA führte, bodenständig und dem Landleben treu geblieben. Privat wohnt der Vater dreier erwachsener Söhne, der gutes Essen und guten Wein schätzt, mit seiner Frau auf einem großen Bauernhof im westlichen Münsterland. Da packt er auch mal gerne selbst kräftig zu. Die Hauptarbeit musste allerdings immer die Frau des Vielbeschäftigten erledigen.
Zum Beispiel dann, wenn er wieder einmal für sein Lieblingsthema Öl als Treibstoff der Wirtschaft kämpfte. Deshalb schmerzte es ihn umso mehr, als „seine“ Veba Oel bei der Fusion von Veba und Viag zum Eon-Konzern gegen seinen Rat an BP verkauft wurde. Sein damaliger Widersacher, Veba-Chef Ulrich Hartmann, ist heute Chef des Stiftungskuratoriums. Es wird spannend sein, wie beide in ihren neuen Aufgaben miteinander klarkommen.
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