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17.08.2005 
Josef Sanktjohanser in der Kritik – Möglicher Nachfolger steht schon bereit

Großes Aufräumen bei Rewe

von Christoph Schlautmann

Im Vorstand der Kölner Handelsgruppe Rewe rollen nach dem Abgang von Einkaufschef Hans Schmitz womöglich bald schon weitere Köpfe. Nicht nur Finanzchef Gerd Bruse, 53, muss damit rechnen, dass sein Mitte 2006 auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Auch Rewe-Vorstand Josef Sanktjohanser, für die selbstständigen Supermärkte und das Filialgeschäft verantwortlich, muss sich nach Auskunft leitender Mitarbeiter Sorgen über seine Zukunft machen.

DÜSSELDORF. „Da herrscht totaler Krieg“, sagte ein Topmanager dem Handelsblatt. Angezettelt habe ihn Aufsichtsratschef Klaus Burghard gemeinsam mit dem seit wenigen Monaten amtierenden Rewe-Vorstandschef Achim Egner. Gleich in mehrere Abteilungen, heißt es, versuche der ehemalige Debitel-Vizechef eigene Leute zu hieven. Betroffen sei unter anderem die Personalentwicklung. Egner wolle aus dem genossenschaftlich organisierten Konzern einen Betrieb nach dem Vorbild börsennotierter Unternehmen schmieden. Diesem Plan steht Sanktjohanser, der lange mit seinem Bruder einen Lebensmittelhandel im Westerwald führte und so selbst Rewe-Genossenschaftler war, offenbar im Weg.

Der ausgewiesene Handelsexperte ist durch mehrere Vorgänge in die Schusslinie Egners geraten. Vor allem die Übernahme der renditeschwachen Extra-Märkte von der Metro wird ihm zur Last gelegt. Zudem soll er Verkaufsgespräche über die Elektrokette Promarkt geführt haben, ohne Vorstandskollegen zu informieren. Hinzu kommt, dass ein von ihm verantwortetes Programm, mit dem Rewe-Filialleiter zu selbstständigen Händlern aufsteigen sollen, offenbar ins Stocken geraten ist.

Von Vertrauten werden die Vorwürfe aber lediglich als Vorwand gewertet, Sanktjohanser auszubooten, der unter Mitarbeitern hohes Ansehen genießt. Ein Konzernsprecher wollte diese Vorwürfe nicht kommentieren. Die Ablösung Sanktjohansers stehe nicht auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung Mitte kommender Woche.

Sollte es dennoch zu einem Bruch mit dem Aufsichtsrat kommen, steht mit Stephan Fanderl ein möglicher Nachfolger bereit. Der für das Vollsortiment verantwortliche Manager soll hinter dem Rücken seines Dienstvorgesetzten Sanktjohanser einen engen Kontakt zu Vorstandschef Egner pflegen.

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