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28.08.2008 
Edwin Eichler

Härtetest für den Kronprinzen

von Markus Hennes

Vorstand Edwin Eichler muss einen Teil seines Geschäftsbereichs bei Thyssen-Krupp verkaufen, obwohl er profitabel ist. Das ist eine Bewährungsprobe für den Mann, der als Kandidat für den Vorstandsvorsitz gehandelt wird.

DÜSSELDORF. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als habe sich Edwin Eichler der Konzernräson beugen müssen. Der Chef der Sparte technische Dienstleistungen und Mitglied im Konzernvorstand von Thyssen-Krupp muss ein nach eigenen Angaben hochprofitables Geschäft mit 1,7 Milliarden Euro Umsatz verkaufen. Denn die Finanzlage des Ruhrkonzerns ist ziemlich angespannt - der voraussichtliche Verkaufserlös von mindestens einer halben Milliarde Euro wird dringend gebraucht.

Auf den zweiten Blick könnte es aber auch so gewesen sein: Eichler ist freiwillig mit einem eigenen Vorschlag vorgeprescht, um seine Chancen im Rennen um die Nachfolge an der Konzernspitze zu erhöhen.

Der Vertrag von Vorstandschef Ekkehard Schulz läuft noch bis zur Hauptversammlung im Januar 2011. Und drei interne Kandidaten machen sich große Hoffnungen, den mittlerweile 67-jährigen Schulz zu beerben. Neben Eichler, 50, gehören Stahlchef Karl-Ulrich Köhler, 52, und Olaf Berlien, 46, Chef der Sparte Anlagenbau und Werften, zu den designierten Kronprinzen.

Auf dem Papier dürfte Köhler die besten Karten haben. Thyssen-Krupp sieht seine Zukunft im Stahl. Etwa die Hälfte der bis 2011 geplanten Investitionen im Gesamtkonzern soll in diese Sparte fließen. Folglich wird sich ihr Umsatz- und Ergebnisanteil in Zukunft noch mehr erhöhen. Was läge also näher, als einem ausgewiesenen Stahlfachmann die Leitung des Konzerns anzuvertrauen.

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