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16.09.2008 
Chemie-Fusion

Hambrecht, der Tempomacher

von Siegfried Hofmann

Jürgen Hambrecht gibt Gas, seit er beim Chemiekonzern BASF das Sagen hat. Nun übernimmt er den Schweizer Konkurrenten Ciba.

Das bisschen, was Jürgen Hambrecht an Geduld besitzt, hat er in Fernost gelernt. Lupe

Das bisschen, was Jürgen Hambrecht an Geduld besitzt, hat er in Fernost gelernt.

FRANKFURT. Auf Glaubwürdigkeit legt Jürgen Hambrecht größten Wert. „Wir halten unsere Versprechen“, konstatiert der BASF-Chef ein ums andere Mal, wenn er das Zahlenwerk des Ludwigshafener Chemiekonzerns präsentiert.

Auch in anderer Hinsicht demonstriert Hambrecht nun Verlässlichkeit: Seine Prognose, dass es zu einer Konsolidierung in der Chemiebranche kommen werde, bestätigte er gestern durch seine eigene Aktion. Mit der geplanten Übernahme des Schweizer Chemiekonzerns Ciba behält die BASF beim Thema Konsolidierung selbst das Heft in die Hand.

Wirklich überraschend kommt der Vorstoß nicht, allenfalls über das Ziel des nächsten BASF-Zukaufs herrschte noch Unklarheit unter Beobachtern der Chemiebranche.

Dass er bereit ist, den Zuschnitt der BASF zu verändern, demonstrierte Hambrecht schon vor zwei Jahren: Er kaufte die Bauchemiesparte von Degussa und griff beim amerikanischen Katalysatoren-Hersteller Engelhard über eine feindliche Übernahme zu.

Und spätestens seit bekanntwurde, dass BASF ebenfalls um den mehr als 15 Milliarden Dollar teuren US-Konzern Rohm & Haas mitgeboten hatte, war klar, dass der Ludwigshafener Konzern intensiv nach Akquisitionsmöglichkeiten Ausschau hält. Im Falle Rohm & Haas musste Hambrecht am Ende aber dem amerikanischen Konkurrenten Dow Chemical das Feld überlassen. Stattdessen nutzt er nun die Kursschwäche beim kleineren Baseler Traditionskonzern Ciba, um das Geschäft der BASF mit Pigmenten und Papierchemikalien zu verstärken.

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