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27.06.2007 
Neuer Postbank-Chef Klein

Herr der Kleinkunden

von Nicole Bastian

Führungswechsel bei der Postbank: Wolfgang Klein ist ab kommenden Sonntag neuer Chef der nach Kundenzahl größten Bank Deutschlands. Die Fußstapfen sind groß, in die er tritt. Hat doch sein Vorgänger Wulf von Schimmelmann aus den ehemaligen Postscheckämtern eine moderne Privatkundenbank gemacht.

Wolfgang Klein wird neuer Vorstandschef der Deutschen Postbank. Bild: dpaLupe

Wolfgang Klein wird neuer Vorstandschef der Deutschen Postbank. Bild: dpa

FRANKFURT. Als Kind wollte er Apotheker werden. Warum? Das weiß er eigentlich auch nicht mehr so genau. „Vielleicht weil das so sauber schien, mit den weißen Kitteln“, meint Wolfgang Klein und grinst. Im Nachhinein mag es weise gewesen sein, dass sich der blonde Bottroper mit dem jugendlichen Gesicht für ein anderes Metier entschieden hat. Denn von diesem Sonntag an wird der 43-Jährige als Vorstandschef der Postbank über die Geschicke der größten Privatkundenbank Deutschlands entscheiden. Kein anderes Institut in Deutschland zählt so viele private Bankkunden wie das ehemalige Staatsunternehmen: 14,3 Millionen.

Kleins Vorgänger Wulf von Schimmelmann hat in seinen acht Jahren an der Spitze des Instituts aus den ehemaligen Postscheckämtern eine moderne Privatkundenbank gemacht, die mit relativ geringen Kosten auch an den vielen Kleinkunden verdient. 2004 führte er die Bank an die Börse. Heute ist sie einer der 30 wichtigsten Werte im Deutschen Aktienindex (Dax). Im Ausland gilt ihre Privatisierung als so erfolgreich, dass sich das Bonner Institut mittlerweile die Privatisierungsberatung noch staatlicher Postbanken im Ausland bezahlen lässt.

„Große Fußstapfen“ seien es, in die Klein trete, meint nicht nur Peter Barkow von HSBC. Doch postbankintern galt Klein schon seit Jahren als Kronprinz. Schließlich hatte Schimmelmann ihn, der ebenso wie er selbst früher bei McKinsey gearbeitet hatte, in den Vorstand der Postbank geholt, in dem er die Entwicklung neuer Produkte für Privatkunden maßgeblich mitgeprägt hat.

„Er ist analytisch top“, lobt einer seiner früheren Wegbegleiter. Seinen Hang zum analytischen Arbeiten hat der Schalkefan Klein nach eigener Einschätzung aus der Beraterwelt von McKinsey mitgenommen. „Ich glaube, der erste Arbeitgeber prägt einen immer.“

Die McKinsey-Jahre gleich nach dem Studium sind es auf jeden Fall, die seinen Weg in die Bankenwelt ebnen. Obwohl ihn die Chemiebranche zu dem Zeitpunkt eigentlich viel mehr reizt, steckt man ihn in die Abteilung Finanzinstitute, wo er fünf Jahre lang die Bankenbranche analysiert – Spezialfeld: Privatkundengeschäft und Direktbanking. Darauf folgen Dresdner Bank und Sparkassenverband.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Evolution statt Revolution

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