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28.08.2008 
Christian Gisy

Herr der Leinwand

von Hans-Peter Siebenhaar

Christian Gisy, neuer Alleinvorstand von Cinemaxx, schließt Kinos und möbelt andere zu Luxushäusern auf. So will der Ex-Wirtschaftsprüfer den zweitgrößten deutschen Kinokonzern auf Vordermann bringen.

ESSEN. Strahlend weiße Tischlampen heben sich vom Dunkel des Kinosaals ab. Breite, pechschwarze Ledersessel, die jedes deutsche Wohnzimmer schmücken würden, warten auf Gäste. Stolz führt Christian Gisy seinen Besucher durch den Saal 13 im Multiplex-Palast am Rande der Essener Innenstadt. Mit Kino im Lounge-Stil und Digitaltechnik will er anspruchsvollere, neue Kunden in die Häuser der Cinemaxx AG locken.

„Wir müssen mehr Pro-Kopf-Umsatz machen“, sagt der 41-Jährige. Mehr als die derzeit durchschnittlich 6,63 Euro. Denn der Konzern schreibt rote Zahlen. Und Gisy, bislang Finanzchef des Unternehmens, wird ab 1. Oktober neuer Alleinvorstand, weil sich der langjährige Vorstandschef und Gründer Joachim Flebbe in den Aufsichtsrat zurückzieht. Dann soll Gisy dafür sorgen, dass Cinemaxx endlich wieder Geld verdient.

Der hochgewachsene Wahl-Düsseldorfer, der sich privat im noblen Stadtteil Oberkassel heimisch fühlt, hat nichts vom Glamour der Leinwandhelden. Gisy sieht in seinem dunklen Anzug und der akkurat gebundenen Krawatte eher aus wie ein Manager der Telekombranche und nicht wie der Herr über 333 Leinwände in 37 Multiplex- und sechs Traditionshäusern.

Obwohl sein Büro eigentlich in Hamburg ist, will er auch künftig Düsseldorf treu bleiben. Sein Frau arbeitet bei der krisengeschüttelten WestLB. Seine beiden Söhne besuchen eine internationale Schule im nahen Neuss. Manchmal träumt er von Afrika. Denn Gisy, in der Kleinstadt Tailfingen auf der Schwäbischen Alb geboren, ist als Diplomaten-Sohn viel in der Welt herumgekommen. Vor allem das afrikanische Wüstenland Botswana fasziniert ihn. Dort war sein Vater einst Botschafter der Bundesrepublik. Seine gewählte Sprache verrät seine schwäbische Herkunft nicht.

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