Trotz der vielfältigen Färbungen seiner Jugendzeit bescheinigen Vertraute heute Thomas Quaas eine sehr rheinische Mentalität. „Er nimmt die Dinge nicht immer so schwer und verbreitet auch damit gute Laune“, urteilt einer seiner Mitarbeiter, der ihn seit Jahren kennt. Quaas versteht es zu motivieren. Zu seinen Fähigkeiten gehört es, seine Leute stolz zu machen, sagen Branchenbeobachter. Er könne Menschen dazu bringen, sich mit Marken zu identifizieren.
„Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass ich letzte Woche wieder in New York war und nachher noch in Singapur und Hongkong, dann höre ich immer: Mensch, was hast du für einen tollen Job“, sagt der verheiratete Vater zweier Söhne und fügt hinzu: „Hab’ ich auch, aber das ist alles andere als eine entspannte Urlaubsreise.“
Für Beiersdorf hat sich Quaas viel vorgenommen. Schon 2007 ist sein Konzern doppelt so schnell wie der Markt gewachsen, und auch 2008 soll es so weitergehen. Den Umsatzweltmarktanteil will er um einen Prozentpunkt auf 5,5 Prozent in den nächsten zwei Jahren steigern. Stärker will er vor allen in den USA werden. Ob er aber da mit Marketing allein weiterkommt?
Akquisitionen könnten ihm eher helfen. Die schließt Quaas grundsätzlich auch in naher Zukunft nicht aus. Den Kauf könnte er ja durch den Verkauf von Tesa finanzieren. Doch auch diese Entscheidung bleibt letztlich Sache von Michael Herz.
