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03.01.2007 
US-Baumärkte

Home-Depot-Chef geht für 210 Millionen

Home Depot-Chef Robert Nardelli hat die angeschlagene US-Baumarktkette verlassen. Man habe sich mit Nardelli darauf geeinigt, dass er seine Posten als CEO und Direktoriumsvorsitzender räume, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Abschied wird ihm demnach mit einem Abfindungspaket im Wert von etwa 210 Millionen Dollar versüßt.

Bob Nardelli stand im vergangenen Jahr wegen seiner Entlohnung in der Kritik. Foto: apLupe

Bob Nardelli stand im vergangenen Jahr wegen seiner Entlohnung in der Kritik. Foto: ap

HB CHICAGO. Zum Nachfolger sei der stellvertretende Vorsitzende des Führungsgremiums, Frank Blake, ernannt worden. Die Schritte seien bereits am Dienstag wirksam geworden. An der Börse in New York reagierten die Home-Depot-Aktien kurz nach Handelsstart mit einem Aufschlag von knapp drei Prozent auf 41,30 Dollar.

Der Abgang Nardellis schüre Spekulationen, wonach das Unternehmen möglicherweise zum Verkauf stehen könnte, sagte Michael Metz, Chefstratege bei Oppenheimer & Co. Home Depot hatte zuletzt wegen der Abkühlung auf dem US-Immobilienmarkt einen Gewinnrückgang vermeldet und die Gewinn- und Umsatzprognosen deutlich herunter geschraubt.

Die einflussreiche Investmentgesellschaft Relational Investors forderte deswegen vor wenigen Wochen die Baumarktkette auf, einen neuen Strategieplan zu erarbeiten. Die Gesellschaft strebte Unternehmensangaben zufolge zudem einen oder mehrere Sitze im Direktorium an. Home Depot wehrte sich jedoch gegen den Vorstoß des Investors.

Das Unternehmen wird aber auch durch Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Optionsprogramm belastet. Durch die Rückdatierung von Optionen seien dem Unternehmen Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar entstanden, teilte Home Depot kürzlich mit. Nardelli oder ein anderes amtierendes Mitglied des Führungsgremiums sei dafür jedoch nicht verantwortlich gewesen.

Nardelli stand der Baumarktkette seit Ende 2000 vor. Zuvor war er beim US-Konzern General Electric beschäftigt. Er stand im vergangenen Jahr wegen seiner Entlohnung in der Kritik. Diese entspreche nicht der Entwicklung des Unternehmens, hieß es. „Wenn man gut bezahlt wird und das Geld nicht an die Aktionäre weiterreicht, ist man gefährdet“, sagte Markt-Experte Richard Steinberg.


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