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16.08.2008 
Xing-Gründer Lars Hinrichs

„Ich bin ein Netzwerker“

von A. Auler und G. Lawecki

"Ein Fehler ist es ja nur, wenn man ihn zweimal macht", findet Lars Hinrichs. Vor fünf Jahren gründete er den Open Business Club. Heute heißt die Online-Plattform Xing und hat sechs Millionen Mitglieder. Im Interview spricht der 31-Jährige über Selbstzweifel, Unternehmensgründungen und Neinsager.

"Wenn jemand Unternehmer ist, ist er Unternehmer. Egal, was passiert", sagt Lars Hinrichs. Foto: PR Lupe

"Wenn jemand Unternehmer ist, ist er Unternehmer. Egal, was passiert", sagt Lars Hinrichs. Foto: PR

Handelsblatt: Herr Hinrichs, fünf Jahre Xing - ziehen Sie für uns bitte Bilanz.

Lars Hinrichs: Vor fünf Jahren mussten wir unsere Idee noch erklären, heute ist sie in aller Munde. Wir haben es geschafft, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen, das mittlerweile richtig Gewinne erwirtschaftet. Wir sind stark gewachsen, haben über 100 Millionen Peer-to-Peer-Verbindungen und mehr als sechs Millionen Mitglieder, darunter 470 000 zahlende Premium-Kunden. Wir sind in Hamburg, Barcelona, Istanbul und Peking vor Ort und eröffnen weitere Auslandstöchter in den kommenden Monaten.

Wie haben Sie persönlich sich in dieser Zeit entwickelt?

Ich habe viel gelernt. Die Erfahrungen als Gründer eines Ein-Mann-Unternehmens, das zu einem börsennotierten 150-Mann-Unternehmen geworden ist, mit null Umsatz hin zu 16 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008, das ist schon ein großer Schritt gewesen. Es gab viele Dinge, die gut funktioniert haben und einige Dinge, über die man im Nachhinein sagt: Warum hast du diesen Fehler gemacht?

Welche Fehler meinen Sie?

Ein Fehler ist es ja nur, wenn man ihn zweimal macht.

Ihre erste Firma musste 2001 Insolvenz anmelden, Ihren damaligen Partner Arne Böttcher sahen Sie vor Gericht wieder. Was haben Sie daraus für Xing, früher Open Business Club, gelernt?

Bei Xing gab es von Anfang an einen ganz klaren Geschäftszweck, eine ganz klare Strategie, ganz klare Ziele. Und: Es gab immer nur einen Firmenchef, nicht zwei. Ich habe hier nur mein eigenes Geld investiert, wir haben kein staatliches Geld in der Firma. Das war einer unserer größten Fehler bei Böttcher Hinrichs.

Inwiefern?

Die staatliche Technologie-Beteiligungsgesellschaft (TBG) hat uns am Anfang 1,5 Millionen Euro gegeben. Als wir absehen konnten, dass unser Geschäftsmodell nicht funktioniert, haben wir der TBG zumindest eine interessante Quote für die Rückzahlung angeboten. Die Antwort: Entweder zurückzahlen oder Insolvenz. Das war eine der bittersten Erfahrungen. Diese Ignoranz, über den eigenen Schatten zu springen. Wir mussten mit über einer Million Euro auf dem Konto Insolvenz anmelden. Hätten wir nicht gemusst, hätte die TBG auch eine Quote akzeptiert. Das ist der Grund, warum die Firma pleitegegangen ist.

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