Falkengren wünscht sich mehr Frauen in Top-Positionen. Von einer Quotenregelung hält sie allerdings nichts. Qualifikation und Kompetenz statt Quoten, lautet ihr Motto. Im Übrigen rückt sie auch den Mythos zurecht, Schweden sei ein sehr gleichberechtigtes Land. Tatsächlich sitzt nur ein knappes Drittel Frauen in den Führungspositionen schwedischer Unternehmen. Damit liegt das Land nur leicht vor Deutschland.
In der Stockholmer Zentrale in der Kungsträdgårdsgatan 8 ist von den Quotendiskussionen nicht viel zu spüren. Hier geht alles seinen Gang – so wie in den vergangenen 150 Jahren. Geschäftig wirkende Männer geben sich die Klinke in die Hand, gestresste Manager in Schlips und Anzug hetzen in der Mittagspause zum nahe gelegenen Imbiss. Und den Tunnel, der die SEB-Zentrale mit der Holdinggesellschaft der Wallenbergs, mit Investor, verbindet, den gibt es auch noch. Was es nicht mehr geben wird, ist eine einheitliche Ahnengalerie: Dort wird irgendwann einmal ein Bild von einer zierlichen blonden Frau hängen.
Profitable Töchter: Die SEB wird von der Industriellenfamilie Wallenberg kontrolliert. Dadurch hat die Bank ein weltweit verzweigtes Kontaktnetz. Die SEB ist die nordeuropäische Bank mit dem größten Auslandsengagement. Fast die Hälfte des Konzerngewinns von rund 1,2 Mrd. Euro stammt zum größten Teil von den überaus profitablen Tochterbanken im Baltikum.
Sorgenkind: Als die SEB 2000 die deutsche Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) übernahm, ahnte niemand in der Stockholmer Zentrale, dass man sich auf ein schwieriges Unterfangen einlassen würde. Zwar läuft das Firmenkundengeschäft mittlerweile rund, doch im Privatkundensektor schmerzen weiterhin die Kosten. SEB-Chefin Falkengren hat der SEB AG eine Frist bis Mitte 2008 gegeben, um die Bank profitabel zu machen.
