„Ein Typ mit viel Charisma“, sei er gewesen, erinnern sich heute bei Infineon Mitarbeiter, die viel mit ihm zu tun hatten. Doch auch seine Unpünktlichkeit ist legendär. Selbst zu Live-Auftritten im Fernsehen kommt er mitunter nicht mehr als eine Minute vorher ins Studio – noch mit dem Handy am Ohr. Seine Pressesprecher schwitzen in solchen Momenten Blut und Wasser. So mancher hat ihn auch noch als „glänzenden Redner“ in Erinnerung, der die Leute immer für sich einnehmen konnte.
Bei seiner Entlassung hilft allerdings auch das nicht mehr. Schumacher ist so sehr in seiner eigenen Welt gefangen, dass er die Widerstände gegen ihn in seiner Umgebung nicht registriert. Offenbar entgeht ihm dabei auch, dass ihn damals selbst langjährige Mitstreiter für viel zu selbstherrlich halten. Und dann rutscht die ehemalige Siemens-Tochter auch noch tief in die roten Zahlen.
Es ist für Schumacher zunächst nicht leicht, sich 2005 in der Private-Equity-Branche zurechtzufinden. Deals platzen, weil seine Partner aus Amerika ihr Geld nicht in Europa anlegen wollen. So ist Schumacher drauf und dran, ein deutsches High-Tech-Unternehmen zu kaufen. Doch den US-Kollegen von Francisco Partners ist die Transaktion zu groß, und überhaupt fehlt ihnen das Vertrauen, um einige hundert Millionen Euro ins fremde Deutschland zu pumpen.
Solche Bedenken ist Schumacher nicht gewohnt. „Da musst du dich zurücknehmen, Geduld haben. Was ich früher in einem Tag gemacht habe, dauert jetzt ein halbes Jahr.“ Man kann sich gut vorstellen, dass es dem umtriebigen Mann fast schon körperliche Qualen bereitet, wenn er nicht darf, wie er mag, weil sich die Verhandlungen in die Länge ziehen.
Wie lange wird Schumacher also wohl noch für die Finanzinvestoren arbeiten? „Vielleicht“, sinniert er, „werde ich eines Tages doch noch ein eigenes Unternehmen führen.“ Womöglich wird Schumacher eine Firma kaufen, in die seine derzeitigen Partner einfach kein Geld stecken wollten, an die er aber selbst glaubt.
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