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26.10.2006 

Zetsche gilt als eloquenter Teamplayer, der selbst Gegner in seine Ziele einbinden kann. Im Gegensatz zu dieser öffentlichen Wahrnehmung steht seine bisherige Personalpolitik. Selten hat ein Manager mehr Macht gebündelt als Zetsche, wie auch Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm oft moniert hat. Zum System Zetsche passt auch die Vertragsverlängerung von Strategievorstand Rüdiger Grube und Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler. Beide mussten die bittere Pille schlucken, nur drei statt der bislang üblichen fünf Jahre Verlängerung ihrer Verträge zu erhalten. Zetsche schickt mit dieser Entscheidung mögliche Nachwuchsstars in eine Warteschleife. Denn beide kommen für höhere Weihen kaum mehr in Frage. Renschler kann auf seinem Posten wenig falsch machen, sich aber auch nur wenige Lorbeeren verdienen. Denn dass das LKW-Geschäft gut läuft, wird einfach vorausgesetzt. Zudem hängen Renschler noch die Fehlplanungen als Smart-Chef nach. Grube ist mit der Asien-Strategie beschäftigt und muss sich wohl noch Jahre mit dem verbliebenen Krisenfall EADS beschäftigen. Mit Luftfahrt hat der Automann Zetsche ohnehin nur wenig am Hut.

Der fachlich hoch angesehene Forschungschef Thomas Weber kam schon bei der Besetzung des Mercedes-Chefpostens nicht zum Zuge. Ihm fehlt wie auch Finanzchef Bodo Uebber die Aura, die einen kommenden Star auszeichnet. Und Zetsches Nachfolger als Chrysler-Chef, Tom LaSorda, ist mit der Krise der US-Sparte gerade zum Teil des größten Problems im Konzern geworden.

Die spannende Frage dürfte also sein, wen Zetsche künftig als starken Mann aufbauen wird. Und ob er es überhaupt tun wird. Zu beachten sind dabei sicher jene Manager, die aus Konzernsicht noch in der zweiten Reihe stehen, aber bei Mercedes wichtige Aufgaben haben. An der Spitze dieser Garde marschiert zweifellos Rainer Schmückle. Auch wenn Zetsche ihm den Chefsessel bei Mercedes nicht gönnte, so zog er doch als Mercedes-Vize das Sanierungsprogramm „Core“ bei der Kernmarke durch. Und jetzt soll der 46-Jährige auch noch Tom LaSorda bei Chrysler über eine Arbeitsgruppe auf die Sprünge helfen. Sollte er dort reüssieren, hätte er sich für größere Aufgaben nachhaltig empfohlen.

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