Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wechsel im Top-Management von Infineon für öffentliche Aufregung sorgt. Was in anderen Unternehmen still und leise geregelt wird, findet bei der ehemaligen Siemens-Tochter fast schon traditionell vor großem Publikum statt.
Bereits der plötzliche Abgang des ehemaligen Konzernchefs Ulrich Schumacher im Frühjahr 2004 wurde von einer Schlammschlacht begleitet. Dem Manager warf Kley sogar vor, er habe Schlafstörungen gehabt. Später musste ein anderer Vorstand gehen, als bei ihm die Staatsanwaltschaft wegen einer Korruptionsaffäre vor der Tür stand.
Auch in den vergangenen Tagen haben die PR-Berater wieder scharfes Geschütz aufgezogen. Günther versuchte, sich in der Öffentlichkeit als Saubermann zu präsentieren, der im Korruptionssumpf von Infineon gewühlt hat und dafür nun abgestraft wird. Der Chipkonzern vermittelte den Eindruck, der Manager würde wegen seiner Persönlichkeit und seiner Qualifikation nicht passen.
Die Vergangenheit bei Infineon zeigt: Mit einer Entlassung ist die Sache nicht vorbei. Auch bei Schumacher folgte eine Reihe von Prozessen. Für ein Unternehmen, das mit hohen Verlusten kämpft, sind das keine besonders guten Aussichten.
