Zugleich prägt sie Kloppers’ Image als Dealmacher, das er jetzt zu relativieren sucht. „Wir haben doch keinen Druck, dazuzukaufen“, sagt er. Es habe keinen Sinn, Bergwerke zu kaufen, die teurer oder unsicherer produzierten als die eigenen. Hier kommt der Einsatz seines Vorgängers Goodyear, der einen seiner geliebten Charts auf den Tisch legt. Besucher von Pressekonferenzen kennen die Grafiken, die wie eine ausgeschüttete Tüte Smarties aussehen. Eine Zeitleiste mit lauter bunten Blasen zeigt, welche Projekte mit welchen Rohstoffen gerade anlaufen, im Bau oder in Planung sind. Der Smarties-Haufen wird immer größer.
Eine andere Grafik, die Goodyear auf der Roadshow den Investoren vorgeführt hat, zeigt eine rote Linie, die immer steiler wächst: die Nachfrage Chinas und Indiens in den letzten Jahren. Die Botschaft: Der sogenannte Rohstoff-Superzyklus steht erst am Anfang. „Wenn Indien und China diesem Weg weiter folgen, dann müssen wir in den nächsten 25 Jahren so viel Metall aus dem Boden holen wie bisher in der ganzen Menschheitsgeschichte gefördert wurde“, kommentiert Kloppers.
Beste Aussichten also für einen Konzern, der alles liefern kann, was China und Indien zum Wachstum brauchen – Metalle, Kohle, Öl und Uran. Der neue Chef kann sich ins gemachte Nest setzen: Gewinnmargen von 50 Prozent und mehr für die meisten Produkte, zweistellige Milliarden-Ausschüttungen an die Aktionäre, Rekordgewinne Jahr um Jahr.
Das hat auch ihm persönlich BHP-Aktien im Millionenwert eingetragen. Künftig dürften da neben vier Millionen Dollar Jahresgehalt noch einige Aktien hinzukommen.
Doch wie will Kloppers so einem Unternehmen den eigenen Stempel aufdrücken? Goodyear und Kloppers demonstrieren ein „Weiter so“ auf allen Ebenen. Auch ihr Stil sei ähnlich, sagt Goodyear, der im Gespräch routinierter und selbstsicherer wirkt und einen Schuss amerikanischer Hemdsärmeligkeit pflegt. Beide seien 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für den Konzern im Einsatz, beide seien Anhänger des „Managements durch Herumlaufen im Unternehmen“. Kloppers nickt zustimmend – was auch sonst.
Goodyear taucht jetzt erst einmal ab. Aber im ersten Halbjahr 2008, so sagt der erst 49-Jährige, werde er etwas Neues anfangen. Was? Er schweigt.
