Andere glauben allerdings, der 52-Jährige wittere angesichts der an der Börse zuletzt arg gebeutelten Branche schlicht eine gute Investmentgelegenheit. Gates könne im Windschatten des Hedge-Fonds-Managers Edward Lampert segeln, dem mit knapp 40 Prozent größten Anteilseigner von Auto-Nation, heißt es.
Fest steht, dass Gates nicht der einzige IT-Unternehmer mit Ambitionen in der Autobranche ist.
Michael Dell, Gründer und seit kurzem wieder Chef des gleichnamigen Computerbauers, hat Ähnliches vor. Seine Investmentfirma MSD Capital hat im Mai den Industrieveteranen Jeff Rachor, den ehemaligen Chef des Autohändlers Sonic Automotive, gewonnen und will nun einen auf Premiumfahrzeuge spezialisierten Auto-Dealer aufbauen.
Auch damals rätselten Autoexperten, warum Dell einen solchen Schritt ausgerechnet in einer Krise unternimmt. Doch der 43-Jährige nahm's gelassen. Gerade wenn die Leute verunsichert seien, sei es für Investoren eine Gelegenheit, einzusteigen und Dinge zu verändern, konterte er. Was genau er verändern will, ist allerdings bis heute nicht klar.
Sein Faible fürs Automobil hat auch Shai Agassi entdeckt, wenn auch mit einem anderen Ziel. Der Gründer mehrerer IT-Firmen, Ex-Vorstandsmitglied des Softwarekonzerns SAP und lange Zeit Kandidat als Nachfolger des SAP-Chefs Henning Kagermann, hat die Firma Project Better Place gegründet. Der 40-Jährige will den umweltfreundlichen Elektroautos den Weg bereiten. Seine Idee: An „Tankstellen“ können die Autofahrer mit wenigen Handgriffen die leere Batterie gegen eine volle tauschen.
